GRAFENWÖHR. Eine überwältigende Gastfreundschaft mit kulturellen, informativen und gesellschaftlichen Highlights erlebten die Grafenwöhrer beim Partnerschaftstreffen 2026 im niederösterreichischen Grafenwörth. Mit dabei waren Vertreter aus Serravalle Pistoiese in der Toskana, Raiding im Burgenland und erstmals Hlobyne in der Ukraine.
Mit dem Bus, Privatautos und ihren Campern machten sich die Grafenwöhrer auf den Weg in die Partnergemeinde Grafenwörth. An der Spitze der Delegation stand Bürgermeister Edgar Knobloch, begleitet von mehreren Stadträten, Gästen und Vertretern der Feuerwehr Grafenwöhr. Besonders die Feuerwehrkameraden nutzten die Gelegenheit, die langjährige Verbindung zu den Grafenwörther Feuerwehrleuten weiter zu festigen.
Musikalischer Auftakt mit der niederösterreichischen Militärmusik
Nach dem „Come Together“ im Haus der Musik wartete auf die Teilnehmer ein besonderer musikalischer Auftakt. Beim Festkonzert der Militärmusik Niederösterreich zeigten die jungen Musikerinnen und Musiker eindrucksvoll ihr Können. Das abwechslungsreiche Programm reichte von traditionellen Militärmärschen bis hin zu schwungvollen Wiener Walzern und wurde vom Publikum mit großem Applaus bedacht. Einsetzender leichter Regen verzögerte den ursprünglichen Festplan. Kurzerhand wurde improvisiert, mehrere Zelte aufgestellt und der Abend konnte in geselliger Runde mit der Banda Giuseppe Verdi aus Serravalle Pistoiese fortgesetzt werden.
Dialogforum: Katastrophenschutz, Resilienz und Kulturgüterschutz
Am folgenden Tag stand die internationale Zusammenarbeit im Mittelpunkt. Beim Dialogforum beschäftigten sich die Partner mit den Themen Katastrophenschutz, Resilienz und Kulturgüterschutz. Dabei ging es um die Frage, wie Städte- und Gemeindepartnerschaften dazu beitragen können, demokratische Werte und europäische Ideen zu stärken. Gerade in Zeiten zunehmender Bedrohungen gewinnen persönliche Begegnungen, offener Austausch und Kommunikation auf lokaler Ebene an Bedeutung. Die Partnerschaften schaffen Brücken zwischen Menschen und ermöglichen es, Erfahrungen, Ideen und unterschiedliche Herangehensweisen an gemeinsame Herausforderungen auszutauschen. Besonders deutlich wurde dabei die Solidarität mit der ukrainischen Stadt Hlobyne, welche wertvolle Unterstützung durch die österreichischen Gastgeber erhält.
Von Seebarn über Grafenegg nach St. Pölten
Zum Mittagessen hatten die Gastgeber in das Dorf- und Kulturhaus nach Seebarn eingeladen. Anschließend übernahm Fritz Ploiner wieder die Rolle des versierten Reiseleiters. Der Weg führte vorbei an der Kellergasse bis zum Schloss Grafenegg. Ziel war St. Pölten, das seit 40 Jahren die Landeshauptstadt von Niederösterreich ist. Bei einer Führung durch die historische Barockstadt erhielten die Grafenwöhrer interessante Einblicke in Geschichte und Kultur.

Ein weiterer Höhepunkt des Partnerschaftstreffens war das große Marktfest in Grafenwörth. Grafenwörths Bürgermeister Alfred Riedl zapfte das mitgebrachte Fass Zoiglbier aus der Oberpfalz an und eröffnete damit offiziell das Fest. Feuerwehr, Vereine, Gaststätten und Heurigenstuben sorgten mit zahlreichen kulinarischen Angeboten für das leibliche Wohl. Noch wichtiger als Essen und Trinken war jedoch das, was eine solche Partnerschaft ausmacht: miteinander ins Gespräch kommen, Musik hören, tanzen, lachen und gemeinsam feiern.
Messe und Festakt
Mit der gemeinsamen Messe in der Pfarrkirche Grafenwörth wurde der dritte Besuchstag begonnen. Kozelebrant war Grafenwöhrs Stadtpfarrer Daniel Fenk, der erstmals mit zu den österreichischen Partnern reiste.
Im Anschluss führte ein Festzug zum Mühlplatz. Dort fand der Partnerschaftsfestakt statt. Die Bürgermeister der beteiligten Gemeinden hoben den ideellen Wert der Partnerschaften hervor. Gerade in einer Zeit, in der Europa vor großen Herausforderungen steht, seien persönliche Kontakte, gegenseitiges Verständnis und gelebte Freundschaft wichtiger denn je.
Es wurden Erinnerungsgeschenke ausgetauscht und die langjährige Verbindung zwischen den Partnergemeinden gewürdigt. Besonders hervorgehoben wurde die inzwischen 20-jährige Partnerschaft zwischen Grafenwörth und Serravalle Pistoiese. Ein herzliches Dankeschön richteten die Grafenwöhrer an die niederösterreichischen Gastgeber mit Bürgermeister Alfred Riedl, Gemeinderätin Gerti Enziger, Gemeinderat Roberto Natalie und ihrem gesamten Team. Mit großem Engagement hatten sie das Partnerschaftstreffen vorbereitet und dafür gesorgt, dass sich die Gäste aus Grafenwöhr, Italien, dem Burgenland und der Ukraine rundum willkommen fühlten. Nach einem gemeinsamen Erinnerungsfoto vor der Mariensäule und dem anschließenden Mittagessen hieß es schließlich Abschied nehmen.