Einem Gelübte zufolge errichtete der Steuereintreiber Anton Binhak zwischen den einstigen Dörfern Oberhütte und Paadorf eine Kapelle. Von der Bevölkerung wurde die Kapelle bald rege als Ziel für Wallfahrten genutzt. Während der Nachkriegszeit verfiel sie fast bis auf die Grundmauern. Trotz vieler intensiver Bemühungen wurde von den tschechischen Behörden keine Genehmigung zur Wiederherstellung erteilt. Der Hartnäckigkeit der inzwischen Verstorbenen, Willi Müller aus Paadorf sowie Hermann Reiminger aus Unterhütte, ist es zu verdanken, dass an Stelle der Kapelle wenigstens ein Bildstock errichtet werden durfte. Am 8. Juni 1998 wurde dann von Pater Michael Hubatsch, der aus Paadorf stammt, zum ersten Mal beim Bildstock wieder eine Andacht zelebriert. Thea Liegl aus Ast hat von Beginn an dabei mitgewirkt und alles für einen reibungslosen Ablauf des Gottesdienstes arrangiert. Dieser hat sich seitdem wieder zu einem Anziehungspunkt für Pilger entwickelt, obwohl die Zufahrtswege zum Bildstock nur einmal im Jahr für eine Andacht geöffnet sind. Am vergangenen Samstag kamen nun wieder an die 80 Wallfahrer zum Binhakenbildstock. Diakon Alfons Eiber, der die beliebte Andacht seit 18 Jahren festlich gestaltet, begrüßte von Herzen alle Anwesenden. Dabei erinnerte er auch an die in Paadorf geborene und in Oberhütte aufgewachsene Thea Liegl, die voriges Jahr verstorben ist. Wie Eiber in seiner Predigt aufführte, bedeutete dieser wunderschöne Fleck nicht nur der Thea viel, sondern gedenken noch viele andere Vertriebene hier der verloren gegangenen Heimat, welche der Glaube an die Wurzeln ihres Ursprungs zurückführt. In seiner Predigt zu dieser Marienandacht ging der Diener Gottes auf das Wirken der Mutter Gottes ein. Auch wenn für sie gerade als Mensch so Vieles unverständlich und unbegreiflich war. Die Ängste, Nöte und Sorgen, das Leid und den Schmerz. Auch ihr blieb nichts erspart. Sie nahm es an, geduldig und mit Gottvertrauen. Mit einer lyrischen Weise zum Ende der Andacht, deren Text von Diakon Alfons Eiber eigens für diesen Anlass gedichtet hatte, hatte der Gottesmann voll die Herzen der Anwesenden erreicht. Instrumental umrahmt wurde die gesamte Andacht von Carina Fleischmann mit der Querflöte. Der Vorsitzende des OWV Stadlern, Josef Holler, richtete ein herzliches Dankeschön an alle, die hier am Marienbildstock mitgebetet und mitgesungen haben und durch ihre Anwesenheit der Maiandacht einen „Rahmen der Gemeinschaft“ gegeben haben. Text und Bild (wfl)