Die Wandergruppe neben dem Denkmal von Tieck und Wackenroder, beide Dichter der dt. Romantik und „Entdecker” der Fränkischen Schweiz (Bild: Siegfried Filipp)

VBW OVI-Schönsee unterwegs im Frankenland

Der Wanderausflug des VBW OVI-Schönsee in die Fränkische Schweiz mit Natur- und Landschaftsführer Siegi Filipp hatte diesmal mehr Eventcharakter, als nur eine „normale” Wanderung von A nach B. Bei traumhaftem Spätsommerwetter ging es von Gößweinstein, mit Basilika und bestens erhaltener Burganlage, zunächst steil bergab über Treppenanlagen neben imposanten Felsenlandschaften durch das NSG Eibenwald zu den Stempfermühlquellen, die zu den stärksten Quellen Frankens zählen. Highlight des Tages war die darauf folgende Sonderfahrt der Museums-Dampfeisenbahn von Behringersmühle nach Ebermannstadt mit der „rollenden Weinprobe”, begleitet von fränkischen Weinköniginnen und einer unterhaltsamen Musikkapelle. Viel zu schnell, nach Ansicht der Teilnehmer, endete die Fahrt bereits in Muggendorf, wo fränkische Kost, wie Schäufele oder Krenfleisch, schon auf die Gruppe gewartet hat. Unter dem Motto „Geologie erleben” standen nachmittags drei markante Höhlenarten der Fränksichen Schweiz auf dem Programm: Mit der Rosenmüllerhöhle eine Tropfstein-, der Oswaldhöhle eine Durchgangs- und mit der „Riesenburg” eine mächtige Versturzhöhle. Begleitet von herrlichen Tiefblicken ins romantische Tal der Wiesent, wo an diesem Tag neben Wanderern auch Radfahrer, Paddler und Eisenbahnfans ihre Freude hatten. Eine gemütliche Rast mit Kaffee und Kuchen unter Zwetschgenbäumen im Obstgarten eines Bio-Bauern rundete diese gelungene Veranstaltung ab. Bilder von dieser Tour können wieder auf der FB-Seite von „Siegfried Filipp” eingesehen werden. Am Samstag, den 17. Oktober steht dann der neue Höllensteinsteig 1a bei Kötzting auf dem Programm des VBW.
Bild: Siegfried Filipp

E-Bike-Tour Chodenland: Ein Erlebnis für Radfreunde

Mit der E-Bike-Tour „vom Drachensee ins Chodenland nach Domazlice” hat Natur- und Landschaftsführer Siegi Filipp erneut einen Volltreffer gelandet. Bei idealem Sommerwetter führte die Route über mehrere Chodendörfer, wo immer noch sehenswerte Gebäude chodischer Volksarchitektur zu finden sind: Gemauerte Bauernhöfe mit den typischen Toreinfahrten und auch Holzhäuser in Blockbauweise mit gekalkten Dichtungsfugen, oder gänzlich weiß gekalkt. Auf dem Berg Hradek war natürlich auch Jan Slatky Kozina, der legendäre Anführer der Choden und sein Schiksal ein Thema, genauso wie Traditionen, Bräuche, Sitten und sonstige Besonderheiten dieses interessanten Volks-stammes.Nach einer ausgiebigen Einkehr am prächtigen Marktplatz in Domazlice mit seinen wunderschönen Häuserzeilen, wurden am Nachmittag unter anderem noch zwei der bekanntesten Wallfahrtsorte in Böhmen ange-steuert. Die Laurentiuskirche auf dem Berg Vesela hora mit toller Aussicht auf Domazlice und auf die böhmischen- und die Bayerwaldberge, sowie die Kirche Heilige Anna auf dem Tanaberk bei Vseruby. Bilder dieser Tour können auf der FB-Seite von „Siegfried Filipp” eingesehen werden. Leider konnten diesmal nicht alle Radlfreunde berücksichtigt werden, so groß war das Interesse an dieser Veranstaltung. Sofern das Wetter mitspielt, wird diese Tour deshalb am Sonntag, den 20. Sept. zusätzlich nochmal ins Rad- und Wanderprogramm des VBW OVI-Schönsee aufgenommen. Kursgebühr: 15 Euro vor Ort, Info und Anmeldung unter Tel. 0152/04898802
Die Radlergruppe im ehemaligen Kirchenschiff von Grafenried/Lucina  (Bild: Siegfried Filipp )

Auf den Spuren der untergegangen Dörfer

Warum in die Ferne schweifen, wenn das Gute liegt so nah? Deshalb führte die Auftaktveranstaltung für das Herbst-Winter-Programm der Radler- und Wandergruppe des Volksbildungswerkes - Oberviechtach-Schönsee beim Grenzübergang Schwarzach hinüber ins Nachbarland. Wanderführer Siegi Filipp hatte eine E-Bike-Tour zu den untergegangenen Dörfern im Böhmerwald zusammengestellt, von Plöß bis hinunter nach Nemanice/Wassersuppen bei Waldmünchen. Der 2. Weltkrieg und die darauf folgende Vertreibung der deutschen Bewohner dieser Dörfer gehört ja auch untrennbar zur Geschichte des Schönseer Landes. Sämtliche Gebäude in der ehemaligen Grenz-Sperrzone wurden dem Erdboden gleichgemacht, mehr als die Namen dieser Dörfer und Siedlungen sind den den meisten von uns nicht mehr bekannt. Deshalb hatte Siegi Filipp seine Ausführungen mit alten Fotos ergänzt, die Peter Lampl vom Heimatmuseum Stadlern dankenswerter Weise zur Verfügung gestellt hatte. Ziel war, diesen ehemaligen Orten wieder so etwas wie ein Gesicht zu geben. Highlight der Tour war eine Führung im „wieder ausgegrabenen” Dorf Grafenried, wo im Laufe der letzten Jahre eine Art Freilichtmuseum entstanden ist. Helmut Roith aus Treffelstein hat hier eine schier unglaubliche Arbeit geleistet, er hat nicht nur unzählige Stunden mit der Ausgrabung verbracht, sondern auch die Historie der einzelnen Häuser zusammengetragen. Zu einem bewegenden Zufall kam es noch gegen Ende der Tour, als man in Wenzelsdorf auf Wenzel Licha traf, den mit 92 Jahren letzten noch lebenden Bewohner des ehemaligen Wenzelsdorf. Mit 25 Teilnehmern war das Interesse an dieser Veranstaltung unerwartet groß. Zwar ist der Zustand der Radwege gewöhnunsbedürftig, aber die reizvolle Landschaft mit stellenweise urwaldähnlichem Charakter und die ursprüngliche Weidelandschaft zaubern Bilder, wie sie so bei uns nicht mehr anzutreffen sind. 80 Jahre durfte sich die Natur hier ungehindert entwickeln mit einem enormen Reichtum an seltenen Pflanzen und Tieren, ein Highlight am „Grünen Band” Bayern-Böhmen. Man kann ohne Übertreibung sagen, wer hier bei uns über die Grenze fährt, kommt von einem auf den anderen Meter in eine andere Welt. Bilder von dieser Tour sind auch auf der FB-Seite „Siegfried Filipp” einsehbar. Die nächste Radtour mit dem VBW OVI-Schönsee führt am 6. September ins Land der Choden nach Domazlice.
north