Sind Sie schon einmal umgezogen? Wo liegt Ihre Heimat? Und was erinnert Sie daran? Fragen wie diese wurden kürzlich im Centrum Bavaria Bohemia in Schönsee beantwortet — und zwar in einem Erzähl-Café. Die Veranstaltung fand im Vorfeld der nächsten Ausstellung „Vom Kommen und Gehen, vom Bleiben und Zurückkommen” im übergeordneten Themenbereich Grünes Band Bayern-Tschechien statt. In gemütlicher Runde, bei frisch gebackenen Kücheln und tschechischen Schmierkuchen, sprachen die Teilnehmenden über das Kofferpacken, über selbst gewählte Aufbrüche, aber auch über Flucht, Vertreibung und Migration über Ländergrenzen hinweg.
So unterschiedlich die Geschichten und Hintergründe der Erzählerinnen und Erzähler, einte sie doch etwas: Sie alle fingen irgendwo neu an, doch die alte Heimat lebt bis heute weiter — oftmals nicht nur in der Erinnerung, sondern auch in Bildern, Gegenständen, Bräuchen oder Kochrezepten. Die Anwesenden waren eingeladen, ihre eigenen Geschichten zu erzählen und Erinnerungsstücke vorzustellen. So zeigte etwa eine Besucherin eine Porzellanschüssel, in der bereits im Sudetenland die Knödel serviert wurden und die bis heute diesem Zweck dient. Veronika Hofinger, die Leiterin des CeBB, ließ ihren beruflichen Auslandsaufenthalt im Kosovo kulinarisch Revue passieren, indem sie landestypische „Manti kosovare”, Teigbällchen mit Knoblauch und Käse, zum Probieren servierte. Imponierende Lebensgeschichten mit positiven wie auch negativen Erlebnissen hörte man aus der Runde. Wie tief diese in den Menschen verwurzelt sind, zeigten die verschiedenen Berichte aus den 1940ern bis heute. Die Zeit verging wie im Flug und Organisatoren wie Besucher tauschten sich auch nach dem offiziellen Ende zu dem weit gespannten Themenkreis noch gerne aus.