Schwandorf. Bei der Jahreshauptversammlung des Hospizvereins Stadt und Landkreis Schwandorf am 23. April 2026 im Bruder-Gerhard-Hospiz standen neben Berichten auch Neuwahlen im Mittelpunkt. Erste Vorsitzende Gisela Pöhler begrüßte zahlreiche Mitglieder und blickte auf ein arbeitsreiches Jahr 2025 zurück. In ihrer Ansprache betonte sie die wichtige Rolle der Trauer- und Sterbebegleiter: Sie seien das Fundament der Vereinsarbeit. Seit der Gründung im Jahr 2004 habe man gemeinsam mit vielen Engagierten viel erreicht. Zahlen und Engagement Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 106 Hospizbegleitungen durchgeführt, davon 20 im stationären Hospiz. Aktuell begleitet der Verein 54 Menschen im Landkreis. Insgesamt zählt der Verein 241 Mitglieder, darunter 200 Einzelpersonen, 29 Familien sowie 12 Institutionen. 86 aktive Hospizbegleiter sowie 13 Trauerbegleiter engagieren sich derzeit. Der Verein wachse stetig, wenn auch langsam, so Pöhler. Gleichzeitig bleibe es eine Herausforderung, neue Mitglieder zu gewinnen, da viele Menschen wahrscheinlich noch immer Berührungsängste mit den Themen Tod und Sterben hätten. In ihrem Rechenschaftsbericht verwies die Vorsitzende auf zahlreiche Termine: fünf Vorstandssitzungen, Klausurtagungen, Netzwerktreffen sowie Spenden- und Pressetermine. Für ihr Ehrenamt legt sie jährlich rund 5500 bis 6000 Kilometer zurück. Vielfältige Hospiz- und Trauerarbeit Die Berichte zeigten die große Bandbreite der Vereinsarbeit. Neben den Hospizbegleitungen wurden Trauerangebote weiter ausgebaut. Dazu zählen neben den bestehenden Einzelgesprächen und der monatlichen offenen Trauergruppe „Trost-Raum”, Trauerwanderungen sowie kreative Angebote für trauernde Kinder und Jugendliche. Ein neues Projekt ermöglicht es jungen Betroffenen, beim gemeinsamen Malen Trost zu finden. Zudem befindet sich ein spezialisiertes Angebot für Familien beim frühen Verlust eines Kindes – auch pränatal – im Aufbau. Hierfür wurde Hospiz- und Trauerbegleiterin Simone Frank eigens ausgebildet, um später betroffene Familien in akuten Situationen zu begleiten. Auch über die Koordinatorinnentätigkeit wurde stellvertretend für das Team durch Monika Kagerer über die intensive Arbeit mit den Ehrenamtlichen berichtet, darunter Fortbildungen, Supervisionen sowie der Hospizbegleiterkurs mit 14 Teilnehmern. Auch aktuell läuft der jährlich durchgeführte Ausbildungskurs im Marienheim Schwandorf mit 14 Teilnehmerinnen. Die Zusammenarbeit mit externen Pflegeeinrichtungen und Netzwerkpartnern wurde als sehr positiv hervorgehoben. Zu den besonderen Veranstaltungen zählten unter anderem der Welthospiztag in der Spitalkirche mit dem Kabarettisten Martin Rassau sowie der Besuch von Monika Gruber im Hospiz. Satzungsänderung und Neuwahlen Nach dem Kassenbericht und der Entlastung des Vorstands wurde eine überarbeitete Satzung einstimmig beschlossen. Die Neuwahlen leitete Vereinsmitglied Rechtsanwalt Kurt Mieschala. Dabei wurde Gisela Pöhler als 1. Vorsitzende bestätigt. Neue 2. Vorsitzende ist Sybille Huber. Gerd Reimer übernimmt das Amt des Schatzmeisters, Julia Montaser wurde zur Schriftführerin gewählt. Beisitzerinnen sind künftig Simone Frank, Brigitte Molch, Karin Pötzl und Evi Reil. Zu Kassenprüferinnen wurden Gerda Ordon und Rosi Pretzl gewählt. Ehrung für Angela Krüger Ein besonderer Moment war die Ehrung von Angela Krüger. Die Mitgründerin des Vereins hatte sich über viele Jahre hinweg, unter anderem als 2. Vorsitzende, engagiert und stellte sich nicht mehr zur Wahl. Für ihren langjährigen und unermüdlichen Einsatz wurde sie zum Ehrenmitglied ernannt.