Seit 1952 wird in Deutschland der Volkstrauertag begangen. An diesem staatlichen Gedenktag steht die Erinnerung an die Opfer von Krieg, Gewaltherrschaft und Terror im Mittelpunkt. Ziel ist es, den Frieden zu fördern. In Etzenricht beteiligten sich am Sonntag neben den Vereinen, der Feuerwehr, dem Posaunenchor, der Soldatenkameradschaft und dem Gemeinderat auch eine Abordnung aus der Südtiroler Patengemeinde Algund. Die im Frühjahr neu gewählte Bürgermeisterin Alexandra Ganner war am Wochenende mit dem Gemeinderat zum Antrittsbesuch in die Oberpfalz gekommen. Nach dem Zug über die Weidener Straße zum Kriegerdenkmal „Am Plan” richtete Pfarrerin Heidi Landgraf eindrucksvolle Worte an die Teilnehmer. Sie zitierte aus dem Buch von Hans Fallada „Jeder stirbt für sich allein”, in dem unter anderem beschrieben wird, wie viel Leid ein Krieg bei den Hinterbliebenen auslöst. Auch in vielen Etzenrichter Familien seien die Söhne, die eingezogen worden waren, nicht mehr nach Hause gekommen oder seien verwundet und für das gesamte Leben gezeichnet gewesen. Aber auch heute verlieren auf der ganzen Welt Menschen ein Kind, einen Partner, einen Freund durch Krieg und Gewalt. Das Streben nach Frieden müsse daher für jeden im Mittelpunkt stehen, so die Pfarrerin. Nach der Kranzniederlegung am Mahnmal ergriff Bürgermeister Martin Schregelmann das Wort. Seit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs befinde sich Europa nach mehr als 75 Jahren Frieden im Umbruch. Anschläge, Verletzung der Lufträume und Terror seien inzwischen wieder auf der Tagesordnung. Diese Situation stelle Politiker vor schwierige Aufgaben und Entscheidungen. Schregelmann betonte, es sei eine Gemeinschaftsaufgabe jedes einzelnen und aller zusammen, mitzuhelfen ein Leben, eine Welt ohne Kriege und Auseinandersetzung zu gestalten. Und nicht jene, die den Staat am Boden sehen wollen, zu unterstützen. Er wünsche sich auch für die Zukunft ein friedliches Miteinander in einem geeinten Deutschland, eingebunden in ein freies Europa, in dem jeder nach seiner Fasson leben und seine Meinung ohne Angst vor Sanktionen frei äußern könne. Dazu gehöre für ihn auch die Weiterführung der Verbundenheit mit der Südtiroler Gemeinde Algund, die Freundschaft mit den Menschen, die seit nunmehr 57 Jahren besteht, ein Miteinander ohne Grenzkontrollen, ohne Angst und ohne Missgunst. Er stellte fest: „Das geht nur in Frieden und Freiheit.”, und forderte dazu auf: „Tragen wir alle dazu bei, diesen Frieden und diese Freiheit zu verteidigen!” Schregelmanns Dank galt allen Beteiligten. Die Reservistenkameradschaft Etzenricht-Weiherhammer stellte die Ehrenwache. Das Singen des Deutschlandliedes rundete die Feierstunde am Kriegerdenkmal ab.