Wozu eine Selbsthilfeeinrichtung in der Lage imstande ist Feste zu feiern, das stellte der Flosser Steyr-Club am Sonntag im landwirtschaftlichen Betrieb der Eheleute Jochen Gollwitzer sehr deutlich unter Beweis. Es ist nur eine Handvoll Mitarbeiter in der Vorstandschaft und im Ausschuss und doch gab es einen großartig organisierten und vorbereitete Festablauf. Vorsitzender Wolfgang Bock aus Grafenreuth hatte alles im Griff, zumal er sich auf ein festes und zuverlässiges Team verlassen konnte. Die Mitarbeit tüchtiger und fleißiger Helferinnen und Helfer war natürlich ausschlaggebend, dass alles optimal funktionierte. Und das war nicht wenig. Vom Open-Air-Gottesdienst bis zum Festausklang wickelten sich Stunden des Miteinanders und der Zusammengehörigkeit ab. Dabei gab es eine kräftige Unterstützung durch viele Gäste aus der Region. Sie alle ließen es sich nicht entgehen, ins Flosser Amt zu kommen. Dabei konnten sich eine Scheibe von dem abschneiden, was an Gastfreundschaft geboten werden kann. Ein von den Mitgliederzahlen kleiner Verein, aber mit einer beispielhaften Gemeinsamkeit.
Was allen Gästen und Besuchern aufgefallen ist: Es war kein Fest mit viel Publikation durch hohe und höchste Persönlichkeiten, Abgeordnete des Bezirks, des Landes und des Bundes, vielmehr ein Fest der Gemeinsamkeit. Also waren Festansprachen, Grußworte und vieles mehr dieser Art nicht auf dem Tagesprogramm. Und das war gut so. Vielmehr ging es um die Festigung der Kollegialität und die gegenseitige Hilfsbereitschaft. Eben eine Selbsthilfeeinrichtung, die sich ihrer Aufgabe bewusst ist.
Das zeichnet die Flosser in hohem Maße aus.
Der Steyr-Club kann deshalb überaus stolz sein, ein Fest veranstaltet zu haben, das jedem Besucher erfreuen konnte. Das gilt auch für Speis und Trank. Es wurden beste kulinarische Gerüchte serviert. Die Getränke hätten nicht besser sein können. Es passte eben alles zusammen. Was nicht vergessen wurde, sind die Kinder. Sie hatten reichlich Gelegenheit, ihrer Spiellust- und Freude freien Lauf zu lassen. Leiterin Silke Scherm organisierte wieder alles bestens. Auch die Verlosung machte einen riesigen Spaß.
Jochen Gollwitzer, einer der die Gründung des Steyr-Clubs vor dreißig Jahren mit anregte und seither aktiv jetzt als Rechnungsprüfer mit dabei ist, hatte sein großes Hofgelände auch für eine kleine Maschinenausstellung frei gemacht. Der Zuspruch konnte sich sehen lassen.
„An Gottes Segen ist alles gelegen“. Den Verantwortlichen des Steyr-Clubs war es ein Anliegen, das Gründungsfest offiziell mit einem Gottesdienst zu beginnen. Pfarrer Wilfried Römischer, bestens gelaunt, freute sich darüber und war sofort dabei. Ähnlich der evangelische Posaunenchor unter Leitung von Judith Riedel, der die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes übernahm. Lob, Dank und Anerkennung waren aus den Worten von Pfarrer Römischer in seiner Predigt gegenüber denen zu hören, die Verantwortung in diesem Verein übernommen haben. Er stellte seine Festpredigt unter das Wort: „Wenn der Beruf zur Berufung wird – Christsein im Beruf“. Beim Steyr-Club hieß es vor 30 Jahren: Tu was für die Gemeinschaft – und du selbst wirst gewinnen. Gelingen und Erfolg stellen sich ein. Und das ist auch der Grund, weshalb dieses „Erntedankfest“ gefeiert werden kann. Unter den Klängen des Posaunenchores sangen die Gläubigen die Lieder: „Geh aus mein Herz und suche Freud“, „Laudato Si“ und “Die Erde ist schön“. Die Fürbitten, das Vaterunser, die Abkündigungen und der Segen bildeten mit dem Nachspiel des Posaunenchores den Abschluss dieses festlichen Gottesdienstes.
In seiner bekannt lockeren und freien Rede war es für Vorsitzenden Wolfgang Bock ein großes Bedürfnis, alle Gäste und Besucher herzlich in Gösen beim Stahl-Eherl Jochen zu begrüßen. Der Steyr-Club könne stolz für seine noch junge aber sehr erfolgreiche Geschichte sein. Es waren Dank und Anerkennung für all jene, die mitwirkten, mit Hand anlegten und damit Garant für ein tolles Fest waren. Das riesige Areal im landwirtschaftlichen Betrieb der Eheleute Gollwitzer war ideal. Jedenfalls wird das 30-jährige Gründungsjubiläum beim Steyr-Club einen besonderen Markstein in der Vereinsgeschichte einnehmen.