Eine rundum gelungene Premiere erlebte die Pfarreiengemeinschaft Eslarn-Moosbach am Sonntagvormittag mit ihrem ersten Großeltern-Enkel-Gottesdienst in Eslarn. Zahlreiche Großeltern waren gemeinsam mit ihren Enkelkindern gekommen, dazu Eltern und viele Mitglieder der Pfarrgemeinde. Die generationsübergreifende Messfeier stand unter dem Motto „Auf Spurensuche“ und griff damit zugleich das diesjährige Leitwort des Welttages der Großeltern und älteren Menschen auf.
Pfarrer Udo Klösel, der in seiner Stammpfarrei Moosbach bereits positive Erfahrungen mit solchen Feiern gesammelt hat, freute sich über die große Resonanz. Dort seien bereits drei Großeltern-Enkel-Gottesdienste gefeiert worden. Die gelungene Premiere in Eslarn zeige, wie groß das Bedürfnis nach Begegnungen zwischen den Generationen sei.
Der Welttag der Großeltern und älteren Menschen wurde laut Pfarrer Klösel 2021 von Papst Franziskus eingeführt und wird jährlich am vierten Sonntag im Juli begangen. Es ist der Gedenktag der heiligen Anna und Joachim, der Eltern Marias und der Großeltern Jesu. Ziel ist es, die Bedeutung älterer Menschen für Familie, Gesellschaft und Kirche hervorzuheben und ihren wichtigen Beitrag zur Weitergabe des Glaubens zu würdigen. Dies spiegelte sich auch im diesjährigen Motto „Auf Spurensuche“ wider.
Bereits mit dem Eröffnungslied „Wir feiern heute ein Fest“ wurde deutlich, dass dieser Gottesdienst besonders Kinder und Familien ansprechen sollte. Gemeindereferent Benedikt Eckert nahm die Gottesdienstbesucher mit in die Geschichte Abrahams, der Gottes Ruf folgte und sich vertrauensvoll auf den Weg machte. Anhand von im Kirchenraum ausgelegten Fußspuren konnten die Kinder zunächst allein und anschließend gemeinsam mit Oma oder Opa einen Weg durch die Kirche gehen. Dabei wurde erfahrbar, dass sich vieles leichter bewältigen lässt, wenn ein vertrauter Mensch an der Seite ist. Eckert lud Großeltern und Enkel ein, sich gegenseitig von schönen gemeinsamen Erlebnissen zu erzählen. Solche Erinnerungen hinterließen „Spuren im Herzen“, die ein Leben lang tragen könnten. Zugleich erinnerte er daran, dass Jesus jeden Menschen auf seinem Lebensweg begleite – so wie einst Gott Abraham begleitet habe. Dieser Glaube sei ein Schatz, wertvoller als Gold oder Geld.
Die Fürbitten griffen das Thema des gemeinsamen Unterwegsseins auf. Gebetet wurde für Kinder, Großeltern, Familien, einsame Menschen und Verstorbene. Symbolisch wurden dabei Fußspuren vor den Altar gelegt. Zum Vaterunser versammelten sich Kinder und Großeltern gemeinsam um den Altar – ein eindrucksvolles Zeichen der Verbundenheit der Generationen. Immer wieder waren während der Messfeier fröhliche Kinderstimmen zu hören. Sie störten nicht, sondern verliehen dem Gottesdienst eine lebendige und herzliche Atmosphäre. Gerade dieses ungezwungene Miteinander machte deutlich, worum es an diesem besonderen Tag ging: Glauben gemeinsam erleben und als Familie Kirche sein. Zum Abschluss erhielten alle Teilnehmer von Pfarrer Udo Klösel kleine Fußspuren mit einem Segensspruch. „Sie sollen daran erinnern, dass Großeltern und Enkel gemeinsam Spuren des Glaubens entdecken und einander auf ihrem Lebensweg begleiten.“
Der Großeltern-Enkel-Gottesdienst machte deutlich, wie wertvoll die Beziehung zwischen den Generationen ist. Großeltern erzählen aus ihrem Leben, geben Erfahrungen und Glauben weiter und schenken ihren Enkeln Zeit, Geborgenheit und Aufmerksamkeit. Die Premiere in Eslarn zeigte, dass dieses generationsübergreifende Miteinander viele Menschen bewegt – und dürfte kaum die letzte Messfeier dieser Art gewesen sein.