Auf persönliche Einladung von Ministerpräsident Dr. Markus Söder, MdL, fand am 6. Oktober 2026 im Max-Joseph-Saal der Residenz München ein festliches Abendessen mit den Verbänden der Selbsthilfe von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen statt. Ministerpräsident Söder und Sozialministerin Ulrike Scharf begrüßten alle Teilnehmer persönlich per Handschlag. Auch unser Bundesverband war eingeladen – und gerne dabei. Unsere Delegation: Bundesvorsitzender Armin Nentwig, MdL a.D., stellvertretender Vorsitzender PD Dr. med. Richard Megele, Beirätin und langjährige stellvertretende Vorsitzende Ingrid Ranzinger, Kassenrevisor Ralf Hüttl, der unseren Verband seit seiner Gründung 1990 ehrenamtlich begleitet, sowie Fritz Möstl, MdL a.D., der uns ebenfalls seit Jahrzehnten zur Seite steht und regelmäßig unsere Jahreshauptversammlungen leitet. Ministerpräsident Söder nutzte das Treffen im Residenzsaal – einem Ort, der sonst Staatsgästen des Freistaates vorbehalten ist – um den Selbsthilfegruppen den Dank und die Wertschätzung Bayerns für ihre Arbeit auszudrücken, die stets ganz nah am Menschen stattfindet.
„Gelebtes Miteinander und gelebte Inklusion” – Söder und Scharf würdigen das Ehrenamt
Anlässlich des Treffens mit 120 Vertretern der Selbsthilfe würdigten Ministerpräsident Söder und Sozialministerin Ulrike Scharf das Engagement der Selbsthilfegruppen im Freistaat. In Bayern gibt es zu mehr als 800 Krankheiten rund 11.000 Selbsthilfegruppen mit etwa einer halben Million Mitgliedern. „Das ist gelebtes Miteinander und gelebte Inklusion. Sich gegenseitig zu unterstützen, füreinander einzutreten und miteinander Probleme und Herausforderungen zu bewältigen, verdient großen Respekt”, so der Ministerpräsident. Selbsthilfegruppen seien als Experten in eigener Sache oft die ersten Anlaufstellen für Fragen, Ängste und konkrete Lebenshilfe und damit eine unbezahlbare Ergänzung zu professionellen Angeboten.
Sozialministerin Ulrike Scharf betonte: „Selbsthilfe heißt: Ich bin nicht allein. Als Experten in eigener Sache teilen Menschen Erfahrung, Wissen und Mut. Dabei wächst eine Gemeinschaft, die stark macht und Halt gibt. Selbsthilfe bedeutet auch Teilhabe.” Der Freistaat fördert die Selbsthilfe in diesem Jahr mit über 1,6 Millionen Euro – neben Landesverbänden für Menschen mit Behinderung und chronischer Krankheit insbesondere die Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Selbsthilfe Bayern als Dachverband der Behindertenverbände, das Netzwerk von und für Mädchen und Frauen mit Behinderung sowie die Selbsthilfekoordinationsstelle Bayern in Würzburg. Zudem sollen bürokratische Hürden abgebaut und Erstattungsverfahren vereinfacht werden.
Danke sagen ist wichtig – Zuhören ist es auch
Die Einladung in die Münchner Residenz ist ein wichtiges Zeichen der Anerkennung für das Engagement von Menschen mit Behinderungen, chronischen Erkrankungen und ihren Angehörigen. Über die Einladung und die Wertschätzung freuen wir uns sehr. Für die Zukunft wünschen wir uns, dass es Möglichkeiten gibt, über die politischen Rahmenbedingungen zu sprechen, unter denen Selbsthilfe heute arbeitet – und über die Herausforderungen, die Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen in Gesundheit, Pflege und Teilhabe erleben.
Selbsthilfe besteht nicht nur aus Selbsthilfegruppen. Landesweit tätige Selbsthilfeorganisationen vertreten die Interessen ihrer Mitglieder, bündeln Erfahrungswissen, beraten Betroffene und Angehörige, wirken in politischen und fachlichen Gremien mit und bringen die Perspektive der Betroffenen in die Weiterentwicklung von Versorgung und Teilhabe ein. Die LAG Selbsthilfe Bayern bündelt als Dachorganisation die Interessen von mehr als 100 solcher Organisationen. So fasst die LAG auch ihr Fazit nach der Veranstaltung zusammen: Wertschätzung ist wichtig. Ebenso wichtig ist, dass die Erfahrungen und Positionen der organisierten Selbsthilfe in politische Entscheidungen einfließen. Das beste Beispiel dafür ist das von der Regierung geplante PNOG (Pflege-Neuordnungsgesetz), wovon sehr viele Mitglieder in unseren Organisationen betroffen sein werden. Dafür soll dieses Treffen als Ausgangspunkt für weitere Gespräche genutzt werden.