Während manche Zeitgenossen noch hoffen, dass sie sich auch in zehn Jahren noch einen neuen PKW mit Verbrennungsmotor kaufen können, ist man bei der Spedition Wagner in Amberg schon zwei Schritte weiter: hier sind bereits die ersten E-LKWs im Einsatz, die Junior-Chef Richard Wagner bei einem Ortstermin den Mitgliedern des ÖDP-Kreisverbandes vorstellte.
Ziel sei bei der Spedition Wagner schon lange, möglichst sauber unterwegs zu sein und die eigenen CO2-Emissionen möglichst niedrig zu halten. Deshalb habe man in der Vergangenheit auch schon LKWs mit Bio-Flüssiggas (LNG) bzw. mit HVO-Diesel im Einsatz gehabt.
Mittlerweile fahre man mit drei elektrisch betriebenen LKWs für die Firma Siemens, die im täglichen Betrieb über eine Reichweite von ca. 430 km verfügten. Innerhalb von einer Stunde könne der Ladestand der E-LKWs bei einer maximalen Ladeleistung von 400 KW wieder auf 75% erhöht werden. Zum Laden der LKWs habe die Spedition allerdings auch 180.000 Euro in eine eigene Ladestation investiert. Wegen der hohen Investitionskosten für die Ladestationen habe die Spedition Wagner der Stadt Amberg auch schon die Schaffung eines gemeinsamen Stromparks vorgeschlagen, in dem auch die Elektro-Busse des ÖPNV aufgeladen werden könnten. Der Verbrauch eines E-LKWs liege bei 120 kWh pro 100 km, wobei die Batteriekapazität von 540 kWh eine Reichweite 400 km bei einer Nutzlast von 25 bis 35 Tonnen ermögliche. Damit seien die Betriebskosten wesentlich geringer als bei herkömmlichen Diesel-Modellen. Dazu trage auch bei, dass die E-LKWs des Herstellers Volvo nach den bisherigen Erfahrungen keinerlei Störanfälligkeit aufwiesen, „während bei unseren Diesel-LKWs jede Woche einer irgendwo liegen bleibt,“ wie Richard Wagner sagte. Deshalb würde die Spedition Wagner gerne voll auf E-LKWs setzen. Allerdings müsse Deutschland dafür erst ein ausreichend dichtes Netz von Starkstrom-Lademöglichkeiten schaffen.
Kreisvorsitzender Christoph Zollbrecht stellte fest, dass die Technologiefrage im Straßenverkehr entschieden sei – batterieelektrische Fahrzeuge werden sich in allen Bereichen durchsetzen – Pkw, Lkw und Omnibusse. Er kritisierte die Propagandisten der „Technologieoffenheit“ und warf ihnen ideologische Verblendung und die Unfähigkeit zu strategischen Entscheidungen vor. „Wenn die Freien Wähler in der Kommunalwahl Wasserstoffantriebe anstelle von Elektroantrieben fordern, beweist dass nur, dass sie von Physik und Chemie mit den zugehörigen Wirkungsgraden keine Ahnung haben!“ OB-Kandidat Franz Badura bedankte sich bei Richard Wagner für die hochinteressanten Einblicke in die neue Welt der E-Lkw.