„Wenn man heute in diesen Saal blickt, sieht man vor allem Erleichterung. Man sieht Stolz. Und man sieht Zukunft.” In ihren Grußworten ging die 1. stellvertretende Vorsitzende des BRK Bezirksverbandes Niederbayern/Oberpfalz, und Landrätin des Landkreises Regensburg, Frau Tanja Schweiger nicht nur auf die Zeit der Ausbildung für den Pflegeberuf ein, sondern Sie hob auch hervor wie wichtig es ist, dass Auszubildende in den Pflegeberuf gehen und wie bedeutsam diese Arbeit ist. „Wenn über Pflege gesprochen wird, dann geht es oft um Zahlen. Es geht um fehlendes Personal, um Dienstpläne oder um die Frage, wie unser Gesundheitssystem in Zukunft aussehen soll. Das sind wichtige Themen, keine Frage. Heute soll es aber um diejenigen gehen, die Pflege jeden Tag mit Leben füllen: um 50 Absolventinnen und Absolventen aus 21 Nationen. Sie haben sich für einen Beruf entschieden, in dem schnell verfügbares Fachwissen unverzichtbar ist, in dem es aber genauso auf Geduld, Einfühlungsvermögen und Wärme ankommt.”, so sprach Frau Schweiger weiter. Sie betonte, dass Menschen mit so unterschiedlichen Lebenswegen wie den ihrigen gemeinsam gelernt und sich gegenseitig unterstützt haben, zeigt, dass eine gute Gemeinschaft nicht davon abhängt, wo jemand geboren wurde, sondern davon, wie man miteinander umgeht. Gezielt richtete Sie Ihre Worte an die Absolventen: „Sie sind jetzt ausgebildete Fachkräfte, Sie haben in den letzten Jahren gelernt: In der Pflege gibt es keine Autokorrektur und keinen Neustart-Knopf. Wenn Sie am Bett eines Menschen stehen, in einer schwierigen Situation ruhig bleiben oder einfach eine Hand halten, dann sind das ebenso Es freute sie, dass so viele Ehrengäste und Angehörige der Feier bewohnten. darstellt. Wertschätzend ging er auch auf die Ausbildungseinrichtungen ein und lobte die sehr gute Arbeit dort. Zum Abschluss forderte er die Absolventen noch auf, positiv über ihren Beruf zu sprechen, damit auch für genügend Nachwuchs gesorgt wird.
Der Landrat, Herr Andres Meier gratulierte den Lehrern und Schülern für die wunderbaren Ergebnisse. „Digitalisierung wird zwar inzwischen überall als Heilmittel verkauft, obwohl dadurch vieles sehr unpersönlich wird. In der Pflege ist menschliche Zuwendung wichtig, Wärme und Herzensnähe, das kann weder durch KI noch durch Digitalisierung ersetzt werden.” Er bedankte sich für das soziale Engagement, und hob hervor, dass ihm sehr wohl bewusst ist, dass der Pflegeberuf eine körperliche und psychische Herausforderung mit sich bringt.
„Bleiben Sie gesund und leben Sie Ihren Beruf”, bekräftigte er seine Worte und schloss seine Rede mit den allerbesten Wünschen für die Absolventen.
Frau Tanja Kippes, die 1. Bürgermeisterin der Stadt Neustadt/WN freute sich, dass die Absolventen mit ihrem erfolgreichen Abschluss einen wichtigen Lebensabschnitt gemeistert haben. „Mit einer Ausbildung in der Pflege haben Sie alle einen unschätzbaren Wert für unseren Alltag. Sie haben gelernt Belastungen zu meistern und wurden dank Ihrer guten Ausbildung sehr gut für Ihren Beruf vorbereitet”, hob sie hervor. Sie dankte hierbei auch allen Praxisanleitungen und Familien welche die Absolventen auf ihrem Weg begleitet haben. Am Ende wünschte sie allen Absolventen Mut und Freude, aber auch Erfüllung, Neugier und Empathie für die Zukunft. Sie gratulierte den Absolventen mit der Bitte sich nicht in der digitalen Welt zu verlieren.
Frau Laura Weber (MdL Bündnis 90/Die Grünen) wünschte den Absolventen nicht nur viel Glück und Erfolg für die bestandenen Prüfungen, sondern ist auch neugierig wie es mit den Absolventen in der Zukunft weiter gehen wird. Weiterbildung oder Studium – heutzutage stehen alle Türen für die persönliche Weiterentwicklung offen. Sie betonte aber auch, dass im Gesundheitswesen noch große Herausforderungen anstehen, dennoch sollten die Absolventen bei der Ausübung des Pflegeberufes die Menschlichkeit in den Fokus stellen. „Sie sind besonders gewappnet für die Reformen die anstehen. Egal was kommt, Ihr Beruf wird einer der wichtigsten Berufe in unserer Gesellschaft bleiben”, schloss sie ihre Rede ab.
Der Vorsitzende der Geschäftsführung von der Arbeitsagentur Weiden, Herr Bernhard Lang gratulierte den Lehrern und Schülern für die wunderbaren Ergebnisse und ermutigte sie stolz auf sich zu sein. Er sieht zwar, dass in vielen Berufen KI und Digitalisierung die Arbeitswelt verändert haben, aber die Pflegekräfte werden weiterhin gebraucht werden. Sie können nicht einfach durch KI ersetzt werden. Im Arbeitsamtsbezirk Weiden liegt derzeit die Arbeitslosenquote bei 4%, aber es sind keine Pflegefachkräfte als arbeitssuchend gemeldet. KI könnte möglicherweise als Unterstützung bei der Dokumentation sein, zumindest wäre das möglicherweise ein Wunsch von vielen.
Er ermutigte die Pflegefachhelfer zum Weitermachen in der dreijährigen Ausbildung und schloss seine Rede mit dem Zitat von Albert Schweitzer: „Erfolg ist nicht der Schlüssel zum Glück, sondern Glück ist der Schlüssel zum Erfolg. Wenn Du das tust was Du liebst wirst Du erfolgreich sein!”
Der evangelische Pfarrer der Stadt Neustadt, Herr Ulrich Gruber begann seine Rede mit den Worten: „ Sie haben Wissen erworben, Prüfungen bestanden und sich auf einen Beruf vorbereitet, der Menschen in besonders verletzlichen Lebenssituationen begleitet.
Als evangelischer Pfarrer wünsche ich Ihnen, dass Sie sich Ihre Menschlichkeit bewahren. Mögen Sie den Menschen nicht nur als Patientin oder Patienten sehen, sondern als einzigartiges Geschöpf Gottes – mit seiner Würde, seiner Geschichte und seiner Hoffnung. Manchmal sind Sie der Engel der Licht in den Alltag bringt!”
Er wünschte den Absolventen Kraft für die Tage, an denen die Arbeit schwer ist, Geduld für schwierige Begegnungen, Weisheit für verantwortungsvolle Entscheidungen und Freude an den vielen kleinen Momenten, in denen Sie spüren, dass gerade ihr Einsatz einen Unterschied macht. „Mögen Sie Menschen begegnen, die Ihnen danken, und auch dann den Mut nicht verlieren, wenn Dank einmal ausbleibt. Vergessen Sie bei aller Fürsorge für andere nie, auch gut für sich selbst zu sorgen!”, mit dieser Aufforderung an die Absolventen schloss er seine Rede ab. Für die musikalische Umrahmung der Feier sorgte das Veeh – Harfen – Ensemble der Musikschule aus Neustadt/WN unter der Leitung von Frau Maria Wildenauer. Die Abschlussklassen sowie die Klasse aus dem ersten Ausbildungsjahr der BRK Schulen boten den mehr als 320 Gästen ein abwechslungsreiches Programm und trugen mit verschiedenen Beiträgen zu einer großartigen Abschlussfeier bei. So zeigte die Abschlussklasse der dreijährigen Ausbildung die Sketche „Telemedizin” sowie „Der ganz normale Wahnsinn – oder nicht?”. Die Klasse aus dem ersten Ausbildungsjahr zeigte den Sketch „Praxisbesuch geht schief” und unterhielt das Publikum mit einer Tanzeinlage und mit dem Lied „Wir sind Pflege”.
Vier Schülerinnen und Schüler aus der Pflegefachhelferklasse trugen das Gedicht „Nur zu zweit” vor. Herr Markus Schmid ebenfalls aus der Klasse APH 20 trug seine Abschlussrede in Form eines Gedichtes vor und sorgte für viel Belustigung. Die Klassensprecher aus dem zweiten Ausbildungsjahr, Frau Eiser Anna und Frau Katharina Kraus übermittelten Glückwünsche aus der gesamten Klasse. Die Klasse aus dem ersten Ausbildungsjahr verteilte an alle Gäste ein selbstgemachtes Give-Away und die Klassensprecher Frau Fatemeh Mirzaei und Herr Roman Žiga übermittelten im Namen der gesamten Klasse die Glückwünsche.
Vor der Zeugnisverleihung bedankte sich die Schulleiterin, Frau Iris Engelbrecht-Schärl bei allen Mitwirkenden der Abschlussfeier 2026 sowie bei der Schulfamilie und den Ausbildungseinrichtungen für die großartige Arbeit, die während der Zeit der Ausbildung geleistet wurde. Zudem wurde Frau Alexandra Wolf (Klassenleitung der Pflegefachhelferklasse) in den Ruhestand verabschiedet.
In ihrer sehr persönlichen Rede übermittelte Sie nicht nur noch einmal die Glückwünsche für die besonderen Leistungen, sondern regte auch zum Nachdenken an. „Ich möchte den beiden Klassen noch einmal meine Anerkennung aussprechen. Ich selbst, aber auch das gesamte Lehrerteam ist sehr stolz auf Sie alle!” „Der beste Weg, sich selbst zu finden, ist, sich im Dienst an anderen zu verlieren.” „Es gibt Zitate, die man schnell wieder vergisst. Und es gibt solche, die einen begleiten, weil sie Fragen aufwerfen. So wie dieses Zitat von Mahatma Ghandi.
Vielleicht haben Sie bei diesen Worten spontan genickt. Vielleicht haben Sie aber auch gedacht: Muss ich mich wirklich verlieren, um anderen helfen zu können? Nein.
Pflege bedeutet nicht, sich selbst aufzugeben. Sie bedeutet auch nicht, immer stark zu sein oder niemals an die eigenen Grenzen zu kommen. Pflege bedeutet, sich einem anderen Menschen zuzuwenden – mit Fachwissen, mit Respekt und mit Mitgefühl. Und gleichzeitig gut auf sich selbst zu achten. Denn nur wer sich selbst nicht vergisst, kann auch dauerhaft für andere da sein.
Liebe Absolventinnen und Absolventen, ich wünsche Ihnen, dass Sie sich Ihre Menschlichkeit bewahren. Dass Sie sich immer reflektieren, dass Sie nach dem Dienst mit dem Gefühl nach Hause gehen für heute genug getan zu haben. Ich wünsche Ihnen, dass Sie allabendlich in den Spiegel blicken können und wenn Sie in Ihre eigenen Augen schauen, zufrieden sind, mit dem was sie sehen und fühlen.
Ich wünsche Ihnen aber auch, dass Sie sich auch nach vielen Berufsjahren noch über kleine Erfolge freuen können. Über ein ehrliches Dankeschön. Über ein (zaghaftes) Lächeln. Über einen Menschen, dem es durch Ihre Hilfe ein wenig besser geht. Und manchmal bedeutet Pflege auch, einfach still neben einem Menschen zu sitzen, eine Hand zu halten, weil Worte nicht mehr ausreichen.
Und wenn Sie irgendwann einmal an Ihre Ausbildungszeit zurückdenken, dann hoffe ich, dass Sie sich nicht zuerst an Prüfungen erinnern, sondern an das, was Sie in diesen Jahren wirklich gelernt haben: dass Menschlichkeit die stärkste Medizin sein kann. dass Mitgefühl niemals selbstverständlich ist und dass jeder einzelne Mensch einen Unterschied machen kann.
Ich möchte mit einem Gedanken schließen: vielleicht bedeutet das Zitat von Mahatma Gandhi gar nicht, sich selbst zu verlieren. Vielleicht bedeutet es vielmehr, sich selbst zu begegnen. Denn in jedem Menschen, den Sie begleiten, trösten oder stärken, entdecken Sie auch ein Stück von sich selbst.
Genau darin liegt die besondere Kraft dieses Berufes.
Ich gratuliere allen, die heute ihren Abschluss feiern dürfen. Und allen, deren Weg noch ein Stück weitergeht, wünsche ich von Herzen Mut, Zuversicht und Menschen an ihrer Seite, die an sie glauben.
Herzlichen Glückwunsch zu Ihrem Abschluss! Ich wünsche Ihnen für Ihren weiteren Lebensweg alles erdenkliche Gute, viel Erfolg, Freude und vor allem erfüllende Momente!”
Bei der anschließenden Zeugnisverleihung wirkten alle Ehrengäste aktiv mit. Besonders erfreulich war, dass bei dieser Feier auch die Lehrer der Schule vom zuständigen Bezirksgeschäftsführer des BRK Bezirksverbandes Niederbayern/Oberpfalz, Herrn Mario Drexler, als Zeichen der Anerkennung eine Rose erhielten. Frau Schreier aus dem Sekretariat wurde mit einem Blumenstrauß gewürdigt und Frau Wolf erhielt zum Abschied ebenfalls einen Blumenstrauß.
Zum Abschluss der Feier sang die Pflegfachhelferklasse gemeinsam das Lied „Ein Hoch auf uns” von Andreas Bourani. Mit einem kleinen Umtrunk und musikalischer Umrahmung wurde die Feier ausklingen lassen.
Geehrt wurden bei der dreijährigen Pflegeausbildung Frau Sophia Speer mit einem Notendurchschnitt von 1,95 und Frau Stephanie Beier mit einem Notendurchschnitt von 1,0
In der Pflegefachhelferausbildung haben die Klassenbesten folgenden Notendurchschnitt: Frau Evelyn Arndt: 1,8 Frau Anja Bäumler: 1,8 Frau Amina Čavkić: 1,8 Herr Markus Schmid: 1,6 Frau Michelle Razakarivelo: 1,4 Frau Ina Wiehe: 1,2 Frau Julia Prösl: 1,0 Herr Theo Holler: 1,0