Groß war der Andrang am Sonntag, 26. Juli 2026, in Mühlberg: Mehrere hundert Gläubige feierten das Patrozinium der Wallfahrtskirche St. Anna, ein geistlicher Höhepunkt im Leben der Pfarrei Altenstadt/WN und seit Bildung inzwischen auch in der Pfarreiengemeinschaft Neustadt-Altenstadt/WN. Am Morgen begannen bei Kaiserwetter ab den zwei Pfarrkirchen mit Vollgeläut feierliche Prozessionen, die sich am Rabusky-Kreuz in Neustadt/WN trafen und gemeinsam einen stattlichen Zug betend und singend in den Anliegen der Gläubigen hinauf zum Anna-Heiligtum bildeten.
In der überfüllten und mit Birken und prachtvollen Blumen aus Mühlberger Gärten geschmückten Kirche zelebrierte Stadtpfarrer Thomas Peter Kopp den Festgottesdienst, den der Altenstädter Kirchenchor mit der Messe brève C-Dur von Charles Gounod und Streichern musikalisch berührend gestaltete. „Heute dürfen wir alle wieder erleben, wie sehr die Hand Gottes über diesem Heiligtum liegt, wie sehr der Patroziniumstag unserer Wallfahrtskirche zu Ehren der Hl. Anna, der Großmutter Jesu, von Ihm gesegnet ist und wie wir alle – klein und groß, jung und alt – diese himmlischen Segnungen an diesem hohen Fest empfangen dürfen“, leitete der Geistliche die Messe ein.
In seiner Predigt verknüpfte er die Bitte des jungen König Salomo kurz nach seiner Thronbesteigung an Gott um ein hörendes Herz, die an diesem Sonntag in der ersten Lesung vorgetragen wurde, mit der Lebenshaltung der Hl. Anna. Der linke Seitenaltar in der Alten Pfarrkirche Altenstadts vermittle diese Bereitschaft bei der Mutter Mariens und ihrer wegweisenden Weitergabe an ihre Tochter, die so in der entscheidenden Stunde der Heilsgeschichte den Ruf Gottes hörend vernehmen konnte und annahm. Der Stadtpfarrer warb bei allen Gläubigen darum, sich dieses hörende Herz auf Gott hin zu eigen zu machen und darum zu bitten. „Hl. Mutter Anna, erbitte mit und für uns von Gott ein hörendes Herz. Amen.“
Den liturgischen Dienst versahen Ministranten aus beiden Pfarreien. Den emotionalen Abschluss der Festmesse bildete nach dem Te Deum und feierlichem Segen mit der Mutter-Anna-Reliquie das diesem Ort eigene und jahrhundertealte Mutter-Anna-Lied mit allen 12 Strophen, deren Hall die ganze Kirche erfüllte.
Den anschließenden weltlichen Teil organisierte dankenswerterweise wieder traditionell die FFW Neustadt/WN, die mit Getränken, Weiß- und Bratwürsten und später einem reichhaltigen Kuchenbuffet die unzähligen Gläubigen und Besucher tagsüber bewirtete. 1. Vorsitzender Max Schwarz überreichte mit Kollegen an Stadtpfarrer Kopp zudem eine Spende in Höhe von 250 Euro für den Erhalt der Wallfahrtskirche. Ein großes Vergelt’s Gott für alle Mühen rund um das Fest und die großzügige Zuwendung!
Am Nachmittag besuchten ebenso zahlreiche Gläubige die eucharistische Schlussandacht und ließen sich mit der Mutter-Anna-Reliquie einzeln segnen. Es war wieder ein Glaubensfest mit viel Gnade, Kraft und Segen für die Seele, das lange nachhallen wird.