Beim Durchgang durch die Räume des Stadtarchivs in Nabburg überrascht die Besucher erstmal die Fülle der gelagerten Zeugnisse über die Vergangenheit der Kommune. In zahlreichen Regalen sind die meist in gebundener Form aufbewahrten Unterlagen aufgereiht. Auf den ersten Blick ein nüchterner und fast beklemmender Eindruck. Erst die Ausführungen des Stadtarchivars Gotthard Kemmether bringen allmählich Licht in dieses vermeintliche Dunkel. Zuerst erklärt er das Wesen und den Sinn eines Archivs, um dann über die Tätigkeit und die Aufgaben eines Archivars zu sprechen. Dabei geht es um die Sicherung und Auswertung von Unterlagen mit einem bleibenden rechtlichen und historischen Wert. So findet man die Beschlüsse des Stadtrats der letzten Jahrhunderte sowie Verwaltungsvorschriften und Verwaltungsakten seit dem Jahr 1474. Beispielhaft zitiert er aus dem Ratsprotokoll von 1592 die Vorgänge um die Ermordung des calvinistischen Geistlichen Sebastian Braitschedell, die mit dem Verlust zahlreicher Privilegien verbunden waren und die Bedeutung Nabburgs nachhaltig schwächten. Eine Urkunde bestätigt den Kauf eines Hauses mit Garten „im Sack“ (Sackwebergasse) durch den Pfarrer Ködnit im Jahre 1558. Die „Pappenheimer“ – ein Zusammenschluss zugezogener Verwaltungsangestellter des Jahres 1855 – gelten als erster gegründeter Verein Nabburgs (außer dem Schützenverein). Weitere Zeugnisse aus der Vergangenheit ermöglichten immer mehr, in die frühe Welt Nabburgs einzutauchen. Vielfältige Fragen der interessierten Besucher konnte Herr Kemmether durch geeignete Quellen kompetent beantworten.
Zur nächsten Veranstaltung am 23. Oktober, um 19.00 Uhr lädt der Männerverein ins Jugendwerk ein. Biersommelier U. Ferstl präsentiert u. a. Bier und Whisky zur Verkostung. Es wird ein Unkostenbeitrag von 10 Euro erhoben. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt. Anmeldung unter Telefon 09433-6688 oder 09433-9662.