Die Handlung des Spielfilms „Napola – Elite für den Führer” zog die Besucher im Eschenbacher Taubnschusterhaus zunehmend in den Bann und ging Ihnen sichtlich unter die Haut. Eine ungewöhnliche Perspektive auf die NS-Zeit führte die Zuschauer in das Alltagsleben einer Nationalpolitischen Erziehungsanstalt (abgekürzt Napola). Das Arbeiterkind und Boxtalent Friedrich sieht in der Aufnahme in die Napola die Möglichkeit zum gesellschaftlichen Aufstieg. Er fälscht sogar die Aufnahmegenehmigung seines Vaters. Für den Literat und Feingeist Albrecht dagegen wird durch seine familiäre Herkunft als Sohn des Gauleiters der Eintritt ein Muss. Im Internat wird Kameradschaft gepflegt. Zwischen all dem Pflichtgefühl, der Disziplin und dem Gehorsam schließen Friedrich und Albert Freundschaft. Beide kommen aber an Ihre Grenzen als sie die menschenverachtende Ordnung nicht mehr als „normal” erleben und ein Unrechtsempfinden wahrnehmen. Und beide entscheiden sich - auf Ihre persönliche Weise - nicht mehr mitzuspielen und den Erwartungen zuwiderzulaufen - mit drastischen Auswirkungen. Ein Plädoyer für unser demokratisches Bildungsverständnis: Bildung soll nicht Menschen hervorbringen, die lediglich funktionieren, sondern Menschen, die selbstständig urteilen, Verantwortung übernehmen und im entscheidenden Moment auch den Mut haben, Nein zu sagen.