Während die Erwachsenen für ihre Kreuze bis zum Sonntag warten mussten, durften die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Immenreuth bereits am vergangenen Freitag, den 6. März 2026 erleben, was es heißt, echte Mitbestimmung zu üben. In der zum Wahllokal umfunktionierten Turnhalle fand auch dieses Jahr wieder die große Kinder-Kommunalwahl statt, bei der die Kinder - wie die großen Erwachsenen - den Bürgermeister und den Gemeinderat wählen durften.
Das Projekt startete bereits Wochen vor dem eigentlichen Wahltag. Im Unterricht wurden nicht nur die Namen von Parteien und Kandidaten gelernt, sondern vor allem die Grundpfeiler unserer Gesellschaft besprochen: Warum gibt es überhaupt Wahlen? Und warum ist jede einzelne Stimme so wichtig?
Ein besonderes Highlight im Vorfeld war die Post, die viele Kinder zu Hause erreichte. In enger Anlehnung an die offiziellen Einberufungsschreiben für Erwachsene erhielten Schülerinnen und Schüler einen Brief mit der Berufung in den Wahlvorstand. Diese Aktion zielte darauf ab, die Kinder auf spielerische und altersgerechte Weise mit den formalen Abläufen einer Demokratie vertraut zu machen. Die Schreiben waren bewusst so gestaltet, dass sie den Ernst und die Bedeutung des Ehrenamtes widerspiegelten.
Am Wahltag selbst verwandelte sich die Turnhalle dann in ein professionelles Wahllokal. Mit originalen Wahlkabinen und einer versiegelten Wahlurne wurde eine Atmosphäre geschaffen, die der eines echten Wahlsonntags in nichts nachstand.
Besonders groß war die Freude, als der Erste Bürgermeister Thomas Kaufmann persönlich in der Schule erschien. Er ließ es sich nicht nehmen, die Klassen zu besuchen und sich ein Bild von der Durchführung zu machen. Sichtlich beeindruckt vom Engagement und dem Wissen der jungen Wählerinnen und Wähler, lobte er das Projekt als wichtigen Baustein der politischen Bildung.
Der Wahlvorgang folgte strikt den fünf demokratischen Grundsätzen: Die Wahl war allgemein, unmittelbar, frei, gleich und geheim. Jedes Kind konnte in der blickdichten Kabine seine Entscheidung treffen, bevor der Stimmzettel in die Urne wanderte.
Nachdem der letzte Wähler das Lokal verlassen hatte, wurde es noch einmal spannend: Das Siegel der Wahlurne wurde feierlich gebrochen. Unter den wachsamen Augen des aus Schülern bestehenden Wahlvorstands wurden die Stimmen ausgezählt und akribisch ausgewertet.
Begleitet wurde das gesamte Projekt durch das engagierte Team um Frau Busch und Herrn Röger von der Gemeinde und der Schulleiterin Frau Schinner sowie der Lehramtsanwärterin Frau Bäumler, die den Kindern den gesamten Vormittag als Ansprechpartner zur Seite standen.
Die Grundschule Immenreuth bedankt sich herzlich bei der Gemeinde für die Bereitstellung der Ausrüstung und die Unterstützung bei diesem unvergesslichen Projekt, das gezeigt hat:
Man ist nie zu jung, um die eigene Stimme zu nutzen.