Es war ein Moment der Besinnung und gelebten Heimatpflege: Bei strahlendem Sonnenschein versammelten sich am vergangenen Sonntagnachmittag rund 50 Bürgerinnen und Bürger an der „Bummelwies“, um der feierlichen Segnung des restaurierten Birkmüller-Marterls beizuwohnen. Unter tiefblauem Maihimmel fand damit ein bedeutendes Stück lokaler Geschichte seinen würdigen Platz in der Gegenwart zurück.
Das Marterl blickt auf eine über 120-jährige Historie zurück. Wie die Inschrift verrät, ließ Georg Birkmüller, einst Besitzer des Hauses Nr. 323 in der Bachgasse, das Denkmal im Jahr 1901 „wegen eines großen Unglücks“ errichten. 1909 ging das Grundstück mitsamt dem Kreuz in den Besitz der Eheleute Johann und Barbara Schwab über.
Im Zuge des Wegebaus musste das Marterl später versetzt werden. Der langjährige Besitzer Schwab war dabei stets darauf bedacht, dass Pflege und Erhalt durch die Flurbereinigung sichergestellt wurden. Doch der Zahn der Zeit nagte unaufhörlich an dem religiösen Zeugnis, bis es schließlich fast völlig im Gebüsch zu verschwinden drohte.
Den Anstoß zur Rettung gab eine Marterlwanderung der Vereinsgemeinschaft Katholische Männer im Mai 2025. Georg Hirsch, der die Wanderung vorbereitet hatte, lenkte den Blick der Teilnehmer auf das verwachsene Kreuz. Kurz darauf schritt Johannes Käs zur Tat: Er befreite den Standort eigenhändig von Gestrüpp und initiierte die fachgerechte Restaurierung.
Das Schmiedeeisenkreuz wurde vom Granitsockel demontiert und durch Malermeister Thomas Lingl aufwendig aufbereitet. Die Kosten für die Restauration teilten sich die Kolpingfamilie Luhe und die Vereinsgemeinschaft Katholische Männer Luhe.
Bei bestem Frühlingswetter vollzog BGR Pfarrer Arnold Pirner die kirchliche Segnung. In seinen Worten betonte er die tiefere Bedeutung des Denkmals: Dieses Marterl sei ein bleibendes Zeugnis der Dankbarkeit und des Vertrauens auf göttlichen Beistand in schweren Zeiten und lädt zum Verweilen und zum Gebet ein. Anschließend wurde eine Maiandacht vor dem Marterl gebetet, bevor es zum Ausklang zu Kaffee und Kuchen ins Torstüberl ging.
Das Birkmüller-Marterl steht nun wieder weithin sichtbar an seinem Platz an der Verbindungsstraße vom Luher Friedhof nach Meisthof – als Ort des Gebets.