Manchmal führt ein Herzenswunsch nach vielen Jahrzehnten zurück an einen ganz besonderen Ort.
Ende Juli erreichte die Bürgermeisterin ein bewegender Brief des 82-jährigen Karl Schneider aus Dortmund. Seine Herzensbitte: Er wollte seiner Ehefrau vor seinem Ableben noch einmal den Ort zeigen, an dem er – wie er selbst schreibt – „trotz größter Armut eine glückliche Kindheit erlebt hatte”: unser Auerbach.
Seine Eltern flohen damals aus dem Sudetenland in die beschauliche Stadt in der Oberpfalz. In seinem Brief schilderte Karl Schneider mehrere prägende Erlebnisse aus seinen Kindertagen. Eines davon sei ihm bis heute besonders lebendig geblieben:
An einem felsigen Berghang, unweit der etwas abgelegenen Behausung, in der er damals lebte, entdeckte der kleine Karl eine Höhle. In ihrem Inneren befand sich eine Art Altar, aus losen Steinen gebaut, auf dem eine Marienstatue stand, die durch ein Loch von oben herab vom grellen Tageslicht angestrahlt wurde. Diese besondere „Erscheinung” berührte ihn so sehr, dass er sie später sogar in einer Karikatur in seinem Märchenroman „Däumlings Abenteuer bei Zwergen, Menschen und Riesen” aufgriff. Vermutlich handelte es sich dabei um eine Höhle in der Nähe der ehemaligen „Steigerhäuser” an der Straße nach Bernreuth. Das Gebiet gehört mittlerweile jedoch zum Truppenübungsplatz Grafenwöhr.
Am 17. August 2026 war es dann schließlich so weit: Karl Schneider kam gemeinsam mit seiner Frau Roswitha nach Auerbach. Im museum34 wurden die beiden von Richard Götz herzlich empfangen. Gemeinsam erkundeten sie die Stadt und ließen alte Erinnerungen wieder lebendig werden. Auch ein kurzer Besuch bei der Bürgermeisterin im Rathaus konnte kurzfristig organisiert werden.
Zum Abschied überreichte Karl Schneider Herrn Götz ein Exemplar seines Romans – versehen mit einer persönlichen Widmung.
Ein Besuch voller Erinnerungen, Emotionen und Verbundenheit mit einer Stadt, die auch nach mehr als sieben Jahrzehnten noch ein kleines Stück Heimat geblieben ist.