Ein Abend voller Musik, pointierter Alltagssatire und humorvoller Heimat-Anspielungen. Der „Horrido-Express“ gastierte am vergangenen Freitag, den 23. Oktober 26 im katholischen Pfarrheim Vohenstrauß. Die vom katholischen Frauenbund Vohenstrauß organisierte Veranstaltung war bis auf den letzten Platz ausverkauft. Auf der Bühne standen Alex, Tom und Benni, die in ihrem mittlerweile dritten Kabarettprogramm „Ich renn dafaa!“ gekonnt Musik, Geschichten und Realsatire miteinander verbanden. Nach dem vorherigen Programmen „Nie mehr Tanzlmusi“ (2023) und „Gestern wollt i“ widmeten sich die drei Künstler diesmal einer zentralen Lebensfrage: Muss man sich eigentlich jedem Problem im Leben stellen – oder ist Davonrennen manchmal schlichtweg die klügere Wahl?
Von der Kläranlage bis zum Frauenbundbier
Schon bei der Begrüßung hatte das Trio die Lacher auf seiner Seite, als es das lokale Geschehen in Vohenstrauß aufs Korn nahm. Ob eine defekte Kläranlage, ein Erdbeben oder das überraschend lange haltbare Bier des Frauenbundes – der lokale Bezug saß. Den sportlich-skurrilen Auftakt des Abends bildete das Thema „Hobby Dogging“. Inhaltlich bediente das Programm eine breite Palette des täglichen Wahnsinns: Familie, Schule, Beziehungsfragen, Älterwerden und Fußball kamen ebenso zur Sprache, wie gesellschaftliche Themen. Alex erzählte amüsant der Einschulung seiner Tochter und nahm dabei auch seine eigene Schulzeit unter die Lupe. Im anschließenden Song „Heyst wos gscheids glernt“ beleuchteten die Musiker mit Augenzwinkern die Tücken verschiedener Berufe.
Beziehungsdynamik und Kabinenregeln
Auch die Zwischenmenschlichkeit kam musikalisch nicht zu kurz. Titel wie „Kein Ti amo“, „Ohne di“, „A Depp bleibt a Depp“, „Manchmal is gscheida, wenn ma die Goschn halt“ und „Um wo gayds“ widmeten sich den typischen Kommunikationshürden des Alltags.
Für besondere Erheiterung im Saal sorgte die Geschichte „Die alten Herren“, in der die ungeschriebenen, aber eisernen Gesetze einer Fußball-Umkleidekabine enthüllt wurden. Tom steuerte humorvolle Einblicke in sein Leben in der fränkischen Wahlheimat bei und berichtete von Begegnungen mit der heimischen Natur, Wildtieren und der oberfränkischen Bevölkerung. Benni wiederum ließ in Reimform Erinnerungen an die Aufzeichnungen der BR-Sendung „Brettl-Spitzen“ im Münchner Hofbräuhaus lebendig werden.
Neben der Comedy griff das Trio auch den Wandel der Zeiten auf – etwa den Übergang vom klassischen Teelicht in der St.-Martins-Laterne zum modernen LED-Lämpchen aus dem chinesischen Onlinehandel. Den stimmungsvollen und etwas nachdenklichen Schlusspunkt setzte das Lied „Wo is blouß die Zeit hi?“, das das Phänomen beschreibt, wie die Zeit mit fortschreitendem Alter immer schneller zu verfliegen scheint.
Ausblick auf das nächste Programm
Der Applaus am Ende bestätigte einen rundum gelungenen Kabarettabend voller Schmunzler, herzhafter Lacher und eingängiger Melodien. Für alle Fans der Truppe gibt es eine gute Nachricht: Ein erneuter Auftritt des „Horrido-Express“ in Vohenstrauß beim Katholischen Frauenbund ist bereits fest eingeplant. Auch der Titel des nächsten Programms steht schon fest: Unter dem Motto „Finger weg sunst knallt’s!“ versprechen die drei Künstler auch in Zukunft beste Unterhaltung.