Das Konzert im vollbesetzten Kongregationssaal begann mit der „Missa solemnis“ KV 337 von Wolfgang Amadeus Mozart. Die Trompeten, Pauken und stets sensibel reagierenden Streicher des Bohemia Sinfonieorchesters Prag verliehen der Messe Festlichkeit, und die Amberger Chorgemeinschaft gestaltete die gefällige Melodieführung klangschön. Außerdem zeigte sich schon hier, besonders im „Agnus Dei“, welche Qualität die von Dieter Müller eingeladenen Solistinnen und Solisten mitbrachten. Die poetische und anmutige Arie für Solo-Sopran sang Manuela Falk mit großer Klarheit und Leichtigkeit.
Es folgte die Sinfonie Nr. 29 A-Dur KV 201, die das Orchester unter der Leitung von Dieter Müller als feine Kammermusik darbot. Die einzelnen Stimmen formten die charmanten Klangfarben in Mozarts Sinfonie präzise und tänzerisch. Hier, wie auch in den anderen Werken des Programms, wurde deutlich, warum Dieter Müller und die Amberger Chorgemeinschaft seit Jahrzehnten mit dem Bohemia Sinfonieorchester Prag zusammenarbeiten: Den professionellen Musikern gelingt es jedes Mal aufs Neue, einen klaren und doch zu Herzen gehenden Orchesterklang zu erschaffen.
Die Motette „Exsultate, jubilate“ für Sopran und Orchester KV 165 verbindet die Virtuosität der Oper mit geistlicher Ausdruckskraft. Manuela Falk meisterte die höchsten technischen Anforderungen wie schnelle Registerwechsel und kunstvolle Verzierungen mit Bravour. Im „Alleluja“, dem Höhepunkt der Motette, einem virtuosen, jubelnden Satz mit schnellen Koloraturen und einem mitreißenden Rhythmus, begeisterte die Solistin durch mühelose Eleganz.
Die festliche Marienantiphon „Regina coeli“ für Soli, Chor und Orchester KV 276 beeindruckte durch ihre strahlende Orchesterbesetzung und die dialogische Struktur mehrerer Passagen. Solisten und Chor wechselten sich häufig ab und erzeugten so einen konzertanten Charakter. Hier kam neben dem leuchtenden Sopran Manuela Falks auch die warme, intensive Altstimme von Isabel Grübl bestens zur Geltung, harmonisch ergänzt durch den Tenor von Thomas Falk und den Bass von Markus Simon.
Den Schlusspunkt des Konzerts setzte Dirigent Dieter Müller mit Johann Michael Haydns „Te Deum in D“ (MH 829), dessen majestätische, sakrale Klangwelt Haydns herausragende Stellung als Kirchenkomponist deutlich macht. Dieses Werk für Chor und Orchester gefiel durch seine melodiösen Einfälle, die durch die Abwechslung zwischen homophonen und polyphonen Passagen effektvoll gestaltet wurden. Begeisterter Applaus am Ende belohnte die Darbietenden für ihren Einsatz.