Der Informationsabend der CSU-Flossenbürg zum Thema „Wie und wo wohnen wir im Alter?“ hat deutlich gemacht, dass die Frage nach passenden Wohn- und Unterstützungsformen für ältere Menschen auch für Flossenbürg eine konkrete kommunalpolitische Aufgabe ist. Interessierte Bürgerinnen und Bürger waren ins Theresienheim gekommen, um sich über mögliche Lösungsansätze zu informieren.
Im Mittelpunkt des Abends stand der Vortrag von Petra Brenner, Quartiersmanagerin aus Eslarn. Sie zeigte auf, dass Quartiersarbeit und gemeinschaftliche Wohnformen keine theoretischen Konzepte sind, sondern praxistaugliche Modelle, die auch in kleineren Gemeinden erfolgreich umgesetzt werden können. Das Beispiel Eslarn verdeutlichte, welches Potenzial in bestehenden Strukturen liegt, wenn diese neu gedacht und gezielt weiterentwickelt werden.
Brenner, die seit 2022 als Quartiersmanagerin in der Grenzgemeinde Eslarn tätig ist, stellte zunächst ihre Arbeit im Rahmen der Quartiersentwicklung, welche aus dem Programm „Selbstbestimmt Leben im Alter“ (SeLA) umgesetzt wird, vor. Im Anschluss sprach sie über das dortige Seniorengemeinschaftshaus, das bayernweit Beachtung findet. Einen Teil ihres Vortrags widmete sie sich den unterschiedlichen Wohnformen im Alter –und zeigte damit auf, wie durch angepasste Infrastruktur, verlässliche Ansprechpartner und gemeinschaftliche Angebote ein selbstbestimmtes Leben im Alter im vertrauten Umfeld unterstützt werden kann.
Im neuen Seniorengemeinschaftshaus im Herzen der Gemeinde entstanden sechs barrierefreie Wohnungen sowie Gemeinschafts- und Veranstaltungsräume. Rund 3,5 Millionen Euro flossen in das Projekt, ein Großteil davon aus dem Städtebauförderprogramm „Innen statt Außen“. Ziel ist dabei nicht wirtschaftliche Rentabilität, sondern soziale Nachhaltigkeit, so die Referentin.
Neben dem gemeinschaftlichen Wohnen hat sich in Eslarn ein breites Angebot für Senioren etabliert: vom Generationenstammtisch über Senioren-Yoga und Reparaturcafé bis hin zu Informationsveranstaltungen zu Gesundheits- und Sicherheitsthemen. Grundlage dafür ist ein starkes Netzwerk aus Vereinen, Verbänden und engagierten Einzelpersonen, so Frau Brenner.
Für Flossenbürg stellt sich vor diesem Hintergrund insbesondere die Frage, wie vorhandene Gebäude und Ressourcen künftig genutzt werden können, so die CSU Vorsitzende Christina Rosner. Das ehemalige Schulgebäude bietet dabei aus Sicht der CSU großes Potenzial – etwa als Ort für gemeinschaftliches Wohnen, Begegnung, Beratung oder niedrigschwellige Unterstützungsangebote für ältere Menschen.
Deutlich wurde auch, so die Vorsitzende, dass solche Projekte sich nicht kurzfristig realisieren lassen. Sie benötigen politische Entscheidungen, verlässliche Rahmenbedingungen, passende Förderprogramme sowie das Zusammenwirken von Gemeinde, Ehrenamt und Bürgerschaft. Angesichts des demografischen Wandels ist Stillstand dabei keine Option.
Zum Abschluss dankte die CSU Flossenbürg Petra Brenner für ihren engagierten und praxisnahen Vortrag sowie allen Teilnehmenden für das Interesse und die konstruktive Diskussion.