„Whom shall I say is calling?“ Wer – soll ich sagen – ist es, der mich ruft? Diese Frage war es, die den Sänger und Songwriter Leonard Cohen zeit seines Lebens bewegt hat. Und diese Zeile aus dem Song „Who by Fire“ war es auch, mit denen das Duo Kerstin & Uwe Birnstein die Zuhörer in der voll besetzten Pauluskirche am vergangenen Samstagabend abholte und sofort mitriss.
Diakon Jürgen Weich als Gastgeber freute sich über ein volles Haus für die Konzert-Lesung, die die Evangelische Erwachsenenbildung organisiert hatte. Gut 80 Menschen konnte er in der „Wohnzimmerkirche“ der Pfreimder Evangelischen begrüßen. Zum wiederholten Mal die Pauluskirche unweit der Autobahn damit Schauplatz eines kulturellen Highlights. Der Theologe und Publizist Uwe Birnstein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Lieder und die Geschichten dahinter sowie den Glauben ihrer Sänger lebendig werden zu lassen. Zusammen mit seiner Ehefrau Kerstin Birnstein entführte er als Duo „Stine & Stone“ die Zuhörenden in die Musik und die Gedanken von Leonard Cohen. Der 1934 geborene Künstler thematisierte in seinen Liedtexten immer wieder existenzielle Fragen zu Liebe, Freundschaft, Lebenssinn, menschlichem Leid, Tod und Spiritualität. Bei aller Schwere dieser Inhalte, die sicher auch seiner anhaltenden Depression entsprangen, gelang es ihm immer wieder, Zeichen der Hoffnung zu transportieren, so Uwe Birnstein. So schrieb Cohen den Text zu „Dance me to the End of Love“ etwa aus seiner Beschäftigung mit dem Holocaust und unterlegte ihn mit einer fröhlichen jüdischen Tanzmelodie.
Natürlich durfte auch sein „Hallelujah“, sein bekanntester und am meisten gecoverter Titel nicht fehlen, wobei Kerstin und Uwe Birnstein augenzwinkernd anmerkten nur einen Teil der ursprünglich mehr als 150 Strophen darzubieten.