Am Samstag, den 13. Juni, führte der Bund Naturschutz eine Exkursion zu wertvollen Lebensräumen ins Lauterachtal durch.
Am Samstagnachmittag kamen Besucher, die sich gemeinsam auf Flächen des BUND Naturschutz informierten, welche Bedeutung die Schäferei für die Natur im Lauterachtal haben. Die Schäferei Gleich aus Eschenbach mit Vater Rainer und Sohn Martin Gleich, sowie dessen Freundin Marie konnten interessante Einblicke in ihre Tätigkeit geben. Die Beweidung der Halbtrockenrasen im Lauterach- und seinen Seitentälern trägt wesentlich dazu bei, dass die wertvollen blütenreichen Flächen nicht verbuschen und typische Pflanzen wie Salbei, Berggamander, Kugelblume, Berg- und Wundklee oder Ochsenauge gedeihen können. Diese wiederrum sind wichtige Nahrungspflanzen für etliche bedrohte Schmetterlingsarten. Gemeinsam treten sie für eine Beibehaltung der Fördermittel für naturschutzfachlich besondere Flächen ein. Sie warnen aber auch vor einer Absenkung der Naturschutzstandards, weil derzeit auf EU-Ebene versucht wird, die Standards von europäischen Naturschutzgesetzgebungen abzusenken.
Naturnahe Wälder, frei fließende Flüsse, unverbaute Landschaften und artenreiche Bachtäler mit schönen Magerrasen sind bei uns aber auch in Europa selten geworden. Dass es sie noch gibt, liegt vor allem an ihrem gesetzlichen Schutz.
Das Lauterachtal ist ein FFH-Schutzgebiet. Deswegen ist es auch besonders geschützt.
Die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt Amberg arbeitet engagiert an der Förderung für die Landbewirtschafter, genauso wie der Landschaftspflegeverband. Die gemeinsamen Kraftanstrengungen für den Erhalt der großartigen Landschaften kann man als Erholungssuchender erkennen. Von der Förderung profitieren auch Landwirte, die als Landschaftspfleger arbeiten. Die FFH-Richtlinie schützt seit 1992 über 1.000 Tier- und Pflanzenarten, wie die hier vorkommende Große Hufeisennase und die Zauneidechse.
Das Schutzgebietsnetz „Natura 2000“ umfasst heute mehr als 18 Prozent der Landfläche. In Bayern schützt sie 745 Gebiete mit 797.000 Hektar; das sind 11,3 Prozent der Landesfläche unter ihnen das Lauterachtal.

Sollten auf europäischer Ebene Abschwächungen der Naturschutzgesetze erfolgen, so würde dies wenig gutes bedeuten:
* Mehr Arten könnten dauerhaft verschwinden.
* Ökosystemleistungen im Wert von rund 200 bis 300 Milliarden Euro
pro Jahr sind in Gefahr.
* Jahrzehntelange Fortschritte im Naturschutz würden zunichtegemacht.
* Auch die Klimaziele der EU gerieten unter Druck, denn viele geschützte Lebensräume
speichern CO₂ und wirken wie natürliche Schutzschilde gegen Überschwemmungen
und Waldbrände.

Gegen Entbürokratisierung kann und sollte man nicht sein. Auch die Naturschutzverbände halten dies für dringend geboten. Es darf aber nicht zu einer Abschwächung und der Prüfung von Schutzgegenstände kommen.