Mit vertrauender Hoffnung die Zukunftsangst anfechten: So lautet für Pater Hermann Josef Kugler der Kernappell des Tagesevangeliums zum Volkstrauertag. Wenn Jesus in seiner „Rede über die Endzeit”, die das Matthäus-Evangelium überliefere, Katastrophen, Kriege, den Frevel gegen die gottgewollte Schöpfungsordnung und die Verfolgung glaubenstreuer Menschen voraussage, so versichere er doch auch, dass „das Ende nicht sofort kommt” und Gott seine Menschen nicht im Stich lasse.
Wohl aber, so der Klosteradministrator und emeritierte Abt in seiner Predigt zum Gedenkgottesdienst, sei das menschliche Leben eine „Zeit der Bewährung”, und zu dieser Bewährung gehöre auch, sich der Tatsache zu stellen, dass „man heute als Christ ständig in Frage gestellt wird”. Gott sei den Glaubenden gerade dann nahe, wenn Er sie prüfe, und dies verleihe ihnen die Standhaftigkeit, in unbeirrbarer „Wachsamkeit und Achtsamkeit” anderen Hoffnung in Zeiten der Beschwernis, Verwirrung und Angst zu geben.
In seiner Ansprache zum Gedenkakt am Gefallenenmahnmal, dem nach der Auflösung der bisherigen Partnereinheit der Gemeinde Speinshart erstmals keine Bundeswehrsoldaten beiwohnten, mahnte Bürgermeister Albert Nickl, im Interesse der Wahrung „unserer Art zu leben” jenen autokratischen politischen „Machos”, die in der Weltpolitik immer mehr den Ton bestimmen wollten, entschlossen gegenüberzutreten. Dies schließe militärische Verteidigungsbereitschaft ein, bei der es „nicht um Kriegführung, sondern um Abschreckung” gehe.
Im Innern gelte es „die Demokratie mit Leben zu erfüllen und zu festigen”, fügte Nickl hinzu: Das bedeute „mitzumachen, sich zu engagieren, zu hinterfragen und konstruktive Lösungsvorschläge zu machen”. Wenn viele sich der „Verantwortung gegenüber den Menschen zu Hause und in der Welt” stellten, „braucht uns um die Demokratie nicht bange zu sein”, die sich auf Frieden und Freiheit gründe und deren Frucht der Wohlstand sei, schloss Nickl.