Mit großem Dank und den besten Wünschen wurde Mitte Mai Gerhard Geiger, langjähriger Werkleiter des Sibyllenbads, feierlich in den Ruhestand verabschiedet.
Auch Josef Hofbauer und seine Frau Uschi kamen eigens ins Sibyllenbad, um den scheidenden Leiter Gerhard Geiger für dessen langjährige Unterstützung von RLS-Betroffenen zu danken. Hofbauer ist Gründer der Selbsthilfegruppen RLS (Restless Legs Syndrom) Regensburg/Passau/Deggendorf/Weiden und ehemaliger Leiter – 18 Jahre lang – der RLS-Selbsthilfegruppe Regensburg am dortigen Schlaflabor.
„Der Kapitän geht von Bord“, eröffnete Hofbauer seine Ansprache. Geiger habe sich über viele Jahre hinweg mit großem Engagement für Patientinnen und Patienten eingesetzt – darunter auch für Menschen mit Restless Legs Syndrom. Ihm sei es zu verdanken, dass 2010 unter ärztlicher Aufsicht des damaligen Badearztes Prof. Dr. Grunewald ein Therapieversuch mit Radon-Kohlensäure-Kombinationsbädern, größtenteils Patienten aus Gruppe von Herrn Hofbauer, gestartet werden konnte.
Das Krankheitsbild „Restless Legs“ (RLS, deutsch: „unruhige Beine“) gelte bis heute als vergleichsweise wenig erforscht. Häufig kommen unter anderem Medikamente zum Einsatz, die ursprünglich zur Behandlung von Parkinson entwickelt wurden. Diese könnten jedoch langfristig erhebliche Nebenwirkungen verursachen, erklärte Hofbauer.
Vor allem bei betroffenen RLS-Patientinnen und -Patienten mit Arthrose, Fibromyalgie und Knochenproblemen konnte bereits während der Testphase eine spürbare Verbesserung erreicht werden.
Eine Teilnehmerin, Roswitha Brandl, habe 2017 bereits nach dem vierten Bad eine deutliche Verbesserung verspürt. Nach Abschluss der Therapie sei es ihr gesundheitlich so gut gegangen, dass sie sich sogar wieder ein neues Auto gekauft habe. Besonders beeindruckt habe Hofbauer dabei, dass Frau Brandl vor dem Therapieversuch aufgrund starker Medikamenten-Nebenwirkungen nicht mehr selbst Auto fahren konnte. Dank des Aufenthalts im Sibyllenbad habe sie wieder aktiv am gesellschaftlichen Leben teilnehmen können.
Auch Hofbauer selbst berichtete von positiven Erfahrungen. Vor der Behandlung habe er zeitweise Opiate sowie täglich bis zu 2.000 Milligramm Ibuprofen benötigt, um seinen Alltag bewältigen zu können. Nach der Serie von Radon-Kohlensäure-Kombinationsbädern sei er rund eineinhalb Jahre ohne Schmerzmittel ausgekommen. Auslöser seiner Erkrankung sei – wie bei vielen männlichen Betroffenen – ein Unfall mit Knochenbruch gewesen. Bei Frauen hingegen gelte häufig ein Ferritinmangel als möglicher Auslöser.
Zwar sei „Restless Legs“ bis heute keine wissenschaftlich gesicherte Indikation für die Wirksamkeit einer Radontherapie, da entsprechende Studien und Nachweise fehlen. Dennoch hätten zahlreiche Betroffene von einer deutlichen Linderung ihrer Beschwerden berichtet, so Hofbauer. Über viele Jahre hinweg habe er RLS-Patientinnen und -Patienten auch zur Radontherapie beraten.
Bis 2019 wurde von allen Krankenkassen die Behandlung für RLS-Patienten im Rahmen einer ambulanten Vorsorgemaßnahme (früher: „Badekur“) mit Radon-Kohlensäure-Kombinationsbädern im Sibyllenbad genehmigt. Besondere Unterstützung wurde den RLS-Patienten auch durch Direktor Deml von der AOK in Tirschenreuth zuteil.
Ansprechpartner für Betroffene ist die 4.000 Mitglieder starke Restless-Legs-Selbsthilfegruppe mit Sitz in Regensburg unter www.restless-legs.org, die jährlich 100.000 Euro Forschungsgelder vergibt. Josef Hofbauer war dort als stellvertretender Vorstand zusammen mit dem Patentanwalt H. Schmidt-Evers aus München tätig. Schmidt-Evers sei letztes Jahr leider verstorben.
Abschließend würdigte Hofbauer das langjährige Engagement Geigers für die Selbsthilfegruppen in Regensburg und Deggendorf. Dieser habe die Gruppen bei Veranstaltungen unterstützt und regelmäßig über die Therapiemöglichkeiten im Sibyllenbad informiert. Dafür gebühre ihm großer Dank.