Bei angenehmen spätsommerlichen Witterungsbedingungen unternahm der VdK Ortsverband Grafenwöhr mit Mitgliedern und Gästen einen Tagesausflug zu zwei sehr unterschiedlichen Zielen. Erstes Ziel war der Fernweh-Park in Oberkotzau, zweites Ziel das Deutsch-Deutsche Museum in Mödlareuth. In Oberkotzau angekommen, begrüßte uns Klaus Beer, Weltenbummler, Reisedokumentarfilmer und Initiator des Fernweh-Parks. Zusammen mit seiner Ehefrau erhielten wir eine ausführliche und mit viel Humor gewürzte Einführung in das Projekt „Fernweh-Park”. Inmitten eines bunten, riesigen Schilderwaldes - weltweit größte Sammlung - von Ortsschildern. Straßenschildern, Autokennzeichen, individueller Schildergruppen bekannter Persönlichkeiten aus Film, Politik und öffentlichen Leben, sollten wir in einer Art „Kopfkino” die ganze Welt bereisen. Von Oberkotzau nach New York, Honolulu oder Hollywood war es so jedem Besucher möglich, individuell, gedanklich und emotional seine eigene Reise anzutreten. Der Fernweh-Park ist aber nicht nur ein Sammelsurium bunter Blechschilder. Er hat eine Botschaft wie Klaus Beer ausführte. Das Projekt steht in Deutschland gegen Rassismus, gegen Rechtsextremismus, gegen Antisemitismus und für eine bunte, friedvollere Welt - „heute wohl so wichtig wie nie”. Nach der Einführung war noch genügend Zeit gegeben für Fotos und einen Bummel durch die nach Themen geordneten Schilderstraßen. Die Mittagszeit verbrachten wir in dem traditionsreichen Landgasthof Fattingsmühle, direkt an der Saale gelegen. In der gemütlichen und freundlichen Atmosphäre genossen wir ein leckeres Mittagessen. Gestärkt ging die Fahrt weiter nach Mödlareuth zum Deutsch-Deutschen Museum. Mit Filmen, Vortrag und Führung erhielten wir einen tiefgehenden Einblick in die Geschichte der deutschen Teilung und in das besondere Schicksal Mödlareuths. Das kleine Dorf war bis zur Wende durch die innerdeutsche Grenze zweigeteilt, deshalb der Beiname „Little Berlin”. Besonders beeindruckend waren die noch erhaltenen Originalteile der ehemaligen Grenzanlagen wie Sperranlagen, Mauerreste, Wachturm und Stacheldraht. Die Führung im freien Gelände vermittelte uns eindrucksvoll, wie der Alltag der Menschen durch die mitten durchs Dorf gehende DDR-Grenze geprägt war. Alle Teilnehmer waren sich darin einig: Fernweh-Park, Fattingsmühle und Deutsch-Deutsches Museum waren eine gelungene Mischung aus Kultur, Geschichte und Kulinarik.