Wie sehr die Menschen in und um Grafenwöhr das Thema PFAS (sogenannte „Ewigkeitschemikalien”) in ihrem Wasser umtreibt, wie groß die Verunsicherung ist, hat eine Informationsveranstaltung des Grünen-Kreisverbandes Neustadt/WN zusammen mit der Grünen-Landtagsabgeordneten Laura Weber gezeigt. Mehr als 50 Zuhörerinnen und Zuhörer diskutierten mit Experten unter anderem des Wasserwirtschaftsamtes Weiden. Der kleine Saal des katholischen Jugendheims war voll. Kritisiert wurde an dem Abend mehrfach die Informationspolitik der US Army, die bisher über das Angelverbot im Truppenübungsplatz hinaus keine weiteren Angaben zum genauen Ort und Umfang der PFAS-Belastung mache. Sicher sei aktuell nur, dass die Ursache jahrzehntelang verwendete Löschschäume mit PFOS seien, eine der Ewigkeitschemikalien aus der Gruppe der PFAS. Die Vertreter des Wasserwirtschaftsamtes, Eric Gellert und Helmut Jahn, hätten sich eigenem Bekunden nach auch eine offenere Kommunikation gewünscht, baten angesichts der aktuellen geopolitischen Lage aber auch um Verständnis für die Haltung des US-Militärs. Dem Amt seien alle Daten bekannt, es liefen bereits Voruntersuchungen und erste Sanierungsarbeiten an den Eintragsquellen; die Sanierung sei jedoch technisch extrem komplex, ein messbarer Erfolg im Abstrom des Grundwassers könne Jahre dauern. Dem Vorsitzenden der BN-Ortsgruppe Kirchenthumbach, Reinhold Wilterius, versicherte Gellert, der Bund Naturschutz werde Antworten auf seine Anfrage nach dem Umweltinformationsgesetz bekommen, möglicherweise noch Ende des Monats.
Die Sorgen der Zuhörer drehten sich in erster Linie um das langsame „Ausbluten“ der Chemikalien in das Grundwasser rund um den Übungsplatz und die damit verbundenen Gesundheitsrisiken. Gellert bestätigte, dass wegen dieses Auswaschens unter anderem in den angrenzenden Schaumbach Eile geboten sei. Leider könne man den in diesem Fall sehr mobilen Chemikalien nicht einfach einen Riegel vorschieben.