Wenn der SV Pfrentsch an diesem Wochenende vom 10. bis 12. Juli sein 50-jähriges Bestehen feiert, blickt der Verein nicht nur auf sportliche Erfolge zurück. Das Jubiläum steht auch für fünf Jahrzehnte Zusammenhalt, Eigenleistung und gelebtes Vereinsleben in einem kleinen Ort, in dem der Sportverein längst mehr ist als nur ein Fußballverein.
Gegründet wurde der SV Pfrentsch am 27. August 1976 im Gasthaus Frölich. 34 Gründungsmitglieder legten damals den Grundstein für den Verein. Viel Geld war zu Beginn nicht vorhanden, dafür aber Begeisterung, Mut und der Wille, dem Fußballsport in Pfrentsch eine feste Heimat zu geben. Josef Rauch übernahm als erster Vorsitzender Verantwortung, ihm folgte 1977 Jakob Sauer. Unter seiner Führung wurden wichtige Weichen gestellt: Der Verein trat dem Bayerischen Landessportverband und dem Bayerischen Fußball-Verband bei, schuf die Voraussetzungen für den Spielbetrieb und bestritt am 27. August 1978 sein erstes Verbandsspiel. Der Auftakt gelang eindrucksvoll: Gegen Oberlind gewann der SV Pfrentsch mit 4:2.
Was in den ersten Jahren entstand, war in vielerlei Hinsicht echte Aufbauarbeit. Sportplatz, Kinderspielplatz, Strom- und Wasseranschluss, Umkleidemöglichkeiten und später das neue Sportheim wurden Schritt für Schritt verwirklicht. Vieles gelang nur, weil Mitglieder anpackten, ihre Freizeit opferten und aus Plänen Wirklichkeit machten. Das neue Sportheim, das 1993 feierlich eingeweiht wurde, wurde zum sichtbaren Zeichen dieser Gemeinschaftsleistung und ist bis heute ein Mittelpunkt des Vereinslebens.
Auch sportlich schrieb der SV Pfrentsch immer wieder besondere Kapitel. Unvergessen bleibt die Saison 1997/98, als nach einem dramatischen Entscheidungsspiel gegen die SpVgg Vohenstrauß der Aufstieg in die Kreisklasse gelang. Nur ein Jahr später folgte der nächste Höhepunkt: Die Mannschaft wurde Meister und stieg erstmals in die Kreisliga auf. Auch in den folgenden Jahrzehnten erlebte der Verein Höhen und Tiefen. 2005/06 gelang erneut die Meisterschaft in der Kreisklasse und der Aufstieg in die Kreisliga. 2009/10 führte ein gewonnenes Entscheidungsspiel gegen den SV Detag Weiden zur Meisterschaft in der A-Klasse und zurück in die Kreisklasse. 2017/18 feierte die Spielgemeinschaft TSV Waidhaus/SV Pfrentsch den nächsten Meistertitel.
Auch zuletzt zeigte die Entwicklung wieder nach oben: In der A-Klasse belegte die Spielgemeinschaft TSV Waidhaus/SV Pfrentsch/DJK Neukirchen St. Christoph in der Saison 2023/24 den vierten Platz, 2024/25 folgte Rang drei. In der Saison 2025/26 gelang schließlich mit dem zweiten Platz und dem Erfolg im dritten Relegationsspiel der Aufstieg in die Kreisklasse.
Seit 2016/17 geht der SV Pfrentsch im Herrenbereich als Spielgemeinschaft mit dem TSV Waidhaus an den Start, seit 2021/22 zusätzlich mit der DJK Neukirchen St. Christoph. Auch das zeigt, dass sich der Verein den Veränderungen der Zeit stellt, ohne seine Wurzeln zu verlieren. Beständigkeit beweist der Verein vor allem im Ehrenamt: Seit 1991 steht Josef Eschenbecher als 1. Vorsitzender an der Spitze des SV Pfrentsch und prägt damit seit mehr als drei Jahrzehnten die Entwicklung des Vereins.
Neben dem Fußball blieb das Vereinsleben immer ein tragender Pfeiler. Preisschafkopf, Fischessen, Grillfeste, Kirwaessen, Weihnachtsfeiern, Mannschaftsessen und das inzwischen etablierte Pizzabacken sorgen für regen Betrieb im und am Sportheim. Der Verein arbeitet beim Dorffest und beim Maibaumaufstellen mit, pflegt das Sportgelände, hält Sportheim und Anlage in Schuss und übernimmt viele Aufgaben, die oft im Hintergrund bleiben.
So steht der SV Pfrentsch nach 50 Jahren für weit mehr als Tabellenplätze und Ergebnisse. Er steht für Menschen, die Verantwortung übernehmen, für Mitglieder, die mitarbeiten, für Mannschaften, die Siege feiern und Niederlagen gemeinsam tragen, und für ein Dorf, in dem der Verein fest verwurzelt ist. Beim Jubiläumswochenende vom 10. bis 12. Juli wird deshalb nicht nur gefeiert, was war. Es wird auch sichtbar, was den SV Pfrentsch bis heute ausmacht: Kameradschaft, Einsatzbereitschaft und die Freude daran, gemeinsam etwas auf die Beine zu stellen.Lukas Zetzl