Am 1. Oktober 2026 verwandelte sich die Mensa des Augustinus-Gymnasiums in einen besonderen Ort. Im Rahmen der Langen Nacht der Demokratie, koordiniert von der Volkshochschule Weiden/Neustadt, präsentierte die Schulfamilie einen „BUNTEN bunten Abend“, der eindrucksvoll zeigte, wie vielfältig, kritisch und kreativ junge Menschen sich in bewegten Zeiten mit gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen. Das Programm spannte einen weiten Bogen von Musik über Literatur bis hin zu Geschichte und Politik.
Den ersten Teil umrahmte das von Frau Büchl eingeladene Ensemble Malinka unter der Leitung von Olga Lubianska. Die Gruppe, in der Kinder und Jugendliche – darunter auch Schülerinnen des Augustinus-Gymnasiums – mit Wurzeln in Deutschland, den USA, der Ukraine, Russland, Kasachstan und Moldawien gemeinsam singen und tanzen, steht für kulturelle Vielfalt und gegenseitigen Respekt. Mit Liedern wie „Ein bisschen Frieden“ setzte Malinka gleich zu Beginn ein musikalisches Zeichen für Verständigung und Zusammenhalt.
Im Anschluss stellte die SMV, vertreten durch Abdulrahman Edbeaa, Raphael Herfurth und Felix Hüttinger, ihre Arbeit und die Bedeutung von Mitbestimmung im Schulalltag vor.
Leonie Bock aus der Q12 beeindruckte mit einem selbst verfassten Poetry-Slam-Text über die Situation von Mädchen und Frauen in Afghanistan sowie mit einem französischen Chanson, zu dem sie sich selbst am Klavier und an der Gitarre begleitete – ein Beitrag, der berührte und zum Nachdenken anregte.
Ein weiterer Höhepunkt des ersten Teils war der Beitrag aus der Werkstatt Geschichte. Nelly Pisulski, Franziska Peter und Felix Hüttinger hatten im Pluskurs die „Grenze in den Köpfen“ der Menschen in Nordbayern und das Verhältnis zur Tschechoslowakei untersucht. Ihre interaktive Präsentation „Vom ‚Ostmark‘-Bewusstsein zu guter Nachbarschaft“ zeichnete die Entwicklung vom Ende des Ersten Weltkriegs bis heute nach und zeigte, wie sich aus Vorurteilen Vertrauen entwickeln kann.
Nach dem eingängigen Song „Brave New World“ von Jonas Funk (Gitarre) und Tristan Richter (Gesang), entstanden im Songwriting-Projekt von Herrn Kulzer, präsentierten Charlotte Bletscher, Sophia Boganets, Romina Keck und Eva Graf unter der Leitung von Frau Falkert ihren Beitrag zu „The Handmaid’s Tale“ von Margaret Atwood – eine literarische Reflexion über Demokratie und Menschenrechte in einer dystopischen Gesellschaft, deren Bezüge zur Gegenwart durchaus nachdenklich stimmten.
Alisa Jarusskij und Vroni Rupprecht setzten mit ihrem selbstgeschriebenen Song „Blockblätter“ einen starken musikalischen Akzent, bevor Selina Windisch selbstbewusst die Schülerzeitung „Augustinchen“ vorstellte und zum Stand einlud, an dem das eigens angefertigte Extrablatt zur Langen Nacht der Demokratie erhältlich war.
In der Pause konnten Besucherinnen und Besucher zudem einen von Schülerinnen und Schülern gedrehten Film zum Grundgesetz sehen, Ausstellungen und Hörprojekte von Herrn Zöllners Schülern erkunden und auf einem Plakat ihre persönliche Definition von Demokratie hinterlassen.
Besonders eindrucksvoll waren die überall im Raum angebrachten Memes gegen Hass und Diskriminierung, gestaltet von den letztjährigen Klassen 10a und 10b im PuG-Unterricht bei Frau Peter und Herrn Peter – ein klares Statement gegen Hassrede im Netz.
Im zweiten Teil des Abends traten Hannah Heindl, Sophia Motsch und Lilli Werner mit Slam-Texten aus Frau Ponseros Französischunterricht auf, die Demokratie aus jugendlicher Perspektive beleuchteten.
Dr. Matthias Wellstein führte mit seinem Vortrag „Demokratie im antiken Griechenland?“ anschaulich in die historischen Wurzeln demokratischen Denkens ein und stellte die Frage, ob wirklich alle Athener mit allen Rechten Demokraten waren.
Alisa Jarusskij und Vroni Rupprecht kehrten mit einem weiteren Song mit Tiefgang zurück, bevor Theresa Nickl aus der Q13 ihr selbst verfasstes Gedicht „Deutschland, ich liebe dich“ vortrug – ein kritisches Liebesgedicht an das eigene Land, das bei vielen Zuhörerinnen und Zuhörern Gänsehaut hervorrief.
Den fulminanten musikalischen Abschluss bildete das Vokalensemble unter der Leitung von Herrn Kulzer mit den Stücken „Schrei nach Liebe“ von Die Ärzte und „Hurra, die Welt geht unter“ von K.I.Z. – zwei Songs, die klar Position beziehen.
Der Abend endete mit großem Applaus für die vielen Talente, die sich zum Teil zum ersten Mal auf die Bühne gewagt hatten.
Ein besonderer Dank gilt dem Team der Veranstaltungstechnik sowie dem Arbeitskreis Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage, der maßgeblich zum Gelingen beitrug.
Was bleibt, ist das Gefühl, dass Demokratie nicht nur ein Thema, sondern eine Haltung ist – und dass sie dort besonders lebendig wird, wo junge Menschen kritisch denken, kreativ handeln und gemeinsam gestalten.