Rollstuhl macht Schule: Viertklässler erleben Perspektivwechsel
Wie bewegt man sich mit einem Rollstuhl sicher fort? Welche Hindernisse begegnen Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern im Alltag? Antworten auf diese Fragen erhielten die Schülerinnen und Schüler der 4. Klasse der Grundschule Schirmitz bei einem besonderen Projekttag mit dem Verein „Rollstuhlsport macht Schule e.V.”. In der neu renovierten Turnhalle konnten die Kinder den Rollstuhl nicht nur als Hilfsmittel, sondern auch als Sportgerät kennenlernen. Unter fachkundiger Anleitung probierten sie verschiedene Rollstuhltypen aus – vom Schieberollstuhl über den Aktivrollstuhl bis hin zum Sportrollstuhl. Spielerisch übten sie das Drehen auf der Stelle, Slalomfahren, gezieltes Bremsen und das sichere Manövrieren. Im Mittelpunkt der „Rollstuhl-Stunde” stand jedoch weit mehr als das Erlernen der Fahrtechnik. Ziel des Projekts war es, Berührungsängste abzubauen, Verständnis für Menschen mit Behinderung zu fördern und Wertschätzung zu vermitteln. Die Schülerinnen und Schüler erfuhren dabei eindrucksvoll, wie herausfordernd alltägliche Situationen für Rollstuhlfahrer sein können. So wurde beispielsweise deutlich, dass eine Bordsteinkante schnell zu einem unüberwindbaren Hindernis werden kann – insbesondere dann, wenn abgesenkte Bordsteine durch parkende Autos blockiert sind. Mit vielen spielerischen Übungen und anschaulichen Beispielen gelang es dem Referenten des Vereins, Herrn Tietz, das Einfühlungsvermögen der Kinder zu stärken und ihnen neue Perspektiven zu eröffnen. Die Viertklässler zeigten sich mit großem Interesse und viel Begeisterung bei der Sache. Am Ende des Projekttages nahmen sie nicht nur neue fahrerische Erfahrungen mit, sondern auch die Erkenntnis, wie wichtig Rücksichtnahme, Barrierefreiheit und gegenseitiger Respekt im Alltag sind. Dank gilt dem Verein, der durch das Sanitätshaus „rollactiv” unterstützt wird.