Waldbesitzer informieren sich im Frankenwald
Ziel einer Exkursion der Forstbetriebsgemeinschaft Neustadt/WN-Nord war der Frankenwald. 30 interessierte Waldbesitzer starteten eine Infofahrt zum Forstbetreib Rothenkirchen im Frankenwald, unweit der Grenze zu Thüringen, um sich hier ein Bild von den Herausforderungen und Lösungsansätzen der modernen Forstwirtschaft im Zeichen des Klimawandels zu machen. Erstes Highlight war der Besuch des markanten Gebäudes des Forstamts Rothenkirchen, das früher als Finanzamt diente. Direkt daneben ein modernes Heizkraftwerk für Hackschnitzel. Hier wird Schadholz aus Sturmschäden oder Borkenkäferbefall direkt vor Ort energetisch verwertet – ein gelungenes Beispiel für regionale Wertschöpfung und nachhaltige Energiegewinnung. Danach ging es in den Wald: Bei der Besichtigung verschiedener Kahlflächen im Frankenwald – nahe dem bekannten Rennsteig – wurden die gravierenden Unterschiede zwischen Staats- und Privatwald deutlich. Während im Staatswald bereits aktiv mit standortgerechten Baumarten wie Buche und Tanne vorgebaut wurde, blieben vergleichbare Flächen im Privatwald bislang weitgehend unberührt. Besonders die Schadjahre 2021 und 2022 hatten hier sichtbare Spuren hinterlassen. Die Ursachen reichen jedoch weiter zurück: Bereits 2018 begann sich der Kupferstecher – ein Rindenbrütender Borkenkäfer – rasant auszubreiten. Im darauffolgenden Jahr kam der berüchtigte Buchdrucker hinzu, was die Situation vielerorts dramatisch verschärfte. Ein besonders interessantes Beispiel zukunftsorientierter Wiederbewaldung stellte eine eingezäunte Aufforstungsfläche dar. Diese wurde mit einem Weinbergschlepper, Scheibenegge und Fräse aufgelockert und anschließend nicht klassisch bepflanzt, sondern eingesät – unter anderem mit Eichen und weiteren Laubbaumarten. Dieser innovative Ansatz verspricht eine naturnahe, kosteneffiziente Wiederbewaldung. Nächster Ort ein intakter Altbestand, in dem bereits ein sogenannter Unterbau mit Tanne und Buche angelegt ist. Ein Musterbeispiel vorausschauender Waldbewirtschaftung. Die Infofahrt zeigte eindrucksvoll: Waldumbau ist eine langfristige Aufgabe, die aktives Handeln und fundierte Planung erfordert. Nur so kann es gelingen, unsere Wälder klimaresistent und wirtschaftlich tragfähig in die Zukunft zu führen.