Junggesellin, Junggesellen und Ehrengäste. (Bild: Peter Wittmann )

Handwerkernachwuchs für die nördliche Oberpfalz

Eine Zimmerin, 15 Zimmerer und 9 Maurer aus den Landkreisen Neustadt und Tirschenreuth und der Stadt Weiden wurden am Donnerstagabend im historischen Ambiente des Schafferhofs in Neuhaus nach erfolgreicher Gesellenprüfung durch die Bauinnung Nordoberpfalz freigesprochen. Erst vor wenigen Tagen konnten die Prüflinge bei der theoretischen und praktischen Gesellenprüfung ihr Wissen und Können nach drei Ausbildungsjahren beweisen. Jetzt sind sie in Begleitung ihrer Familien, Freunden und der Ausbilder zusammengekommen, um in würdigem Rahmen in einen neuen Lebens- und Berufsabschnitt entlassen zu werden. Dr. Stephan Oetzinger (Mitglied des Landtags), Landrat Andreas Meier (Neustadt/WN), stellvertretender Landrat Matthias Grundler (Tirschenreuth) sowie Bürgermeister Jürgen Meyer für die Stadt Weiden unterstrichen durch ihr Erscheinen, wie wichtig der Handwerkernachwuchs für die ganze Region ist. Als Landtagsabgeordneter erläuterte Dr. Stephan Oetzinger, dass der Handwerkernachwuchs die „Heimat baut“ – und damit ein Zuhause für Familien schafft, in der Region, der Oberpfalz und in ganz Bayern. Anschließend betonte Landrat Andreas Meier in seinem Grußwort, dass jeder Bau ein einzigartiges Kunstwerk ist, für das viele Gewerke und Handwerkerhände ineinandergreifen müssen. Für bezahlbaren Wohnraum ist dringend Bürokratieabbau nötig, bei dem er und seine Kollegen die Bauinnung und das Handwerk aktiv unterstützen. Auch der Vizepräsident der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz Gerhard Ulm stellte heraus, dass der heute freigesprochene Fachkräftenachwuchs einen Wert hat für sich selbst, für die Bauherren, für die Betriebe und für die ganze Gesellschaft. Sein Fazit: „Ihnen stehen viele Türen offen und Sie können ihre Zukunft selbst wählen“. Bevor die erfolgreichen Auszubildenden freigesprochen wurden, erhielt noch Fachoberlehrer und Maurermeister Wolfgang Riedl (St.-Michaelswerk Grafenwöhr) den Goldenen Meisterbrief der Handwerkskammer verliehen und Alexander Riedl aus Lennesrieth-Waldthurn wurde die Amtsträgerehrenurkunde für 20 Jahre ehrenamtliches Engagement in der Innung überreicht. Der Zimmerer-Obermeister der Bauinnung Nordoberpfalz, Dipl.-Wirt.-Ing. (FH) und M.BP. (Univ) Adrian Blödt aus Kohlberg, dankte den Auszubildenden sowie den Ausbildungsbetrieben, Ausbildenden, Lehrern und den Familien für ihr Engagement und die Unterstützung beim Einstieg ins Berufsleben. Den Sponsoren der Freisprechungsfeier aus Handwerk, Industrie und den Banken dankte er für die Unterstützung. Er erinnerte aber auch daran, dass 25 Nachwuchshandwerker für die Landkreise Neustadt und Tirschenreuth und die Stadt Weiden mit insgesamt 200.000 Einwohnern zu wenig sind. Gerade in Zeiten mit Änderungen in vielen Berufen wegen der „Künstlichen Intelligenz“, sind die Maurer- und Zimmerer-Berufe krisensicher, da die echte Handarbeit nicht ersetzt werden könne. Die rund 150 Anwesenden, unter anderem Vertreter der Berufsschulen Furth im Wald, Grafenwöhr, Schwandorf und Wiesau sowie die Mitglieder der Gesellenprüfungsausschüsse Maurer und Zimmerer erhoben sich, als Obermeister Adrian Blödt die Junggesellin und die Junggesellen feierlich von der Verpflichtung der Ausbildung freisprach und damit die Ausbildung traditionell beendete. Unter dem Applaus der Gäste überreichte Obermeister Blödt die Gesellenbriefe und Abschlusszeugnisse an die Zimmerergesellin und -gesellen und sein Kollege, Bauinnungsobermeister und Maurermeister Werner Ott aus Neusorg, an die Maurergesellen. Mit den besten Wünschen für die private und berufliche Zukunft schloss Obermeister Blödt den offiziellen Teil und leitete mit dem Handwerkergruß zum gemütlichen Beisammensein über – nicht ohne nochmals zu betonen, wie wichtig der Handwerkernachwuchs ist: „Sie werden dringend gebraucht“!
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