Die Wandergruppe mit ihren Betreuern vor dem Hochbehälter. (Bild: Annemarie Mösbauer)

Der Natur auf der Spur

Im Rahmen des Ferienprogramms, organisiert vom Bürgerforum, erlebten die Buben und Mädchen einen interessanten und lehrreichen Nachmittag. Gemeinsam mit dem Naturfotografen Joe Häckl, den Mitgliedern des Forums Regina Ippisch und Herbert Gruber und dem ehemaligen zweiten Bürgermeister Hans Bock wanderten sie von Windhals aus durch den Wald zum Hochbehälter. Unter Anleitung von Joe Häckl waren sie ständig auf der Suche nach Besonderheiten der Natur und Tieren. Schon bald merkten sie, dass die Natur momentan aufgrund der Trockenheit nicht sehr vielfältig und üppig ist. Bildlich hielten sie eine Libelle, einen Frosch und viele Federn fest. Am Hochbehälter erwartete sie schon Alfred Frischmann. Er erklärte den Kindern den sehr aufwendigen Weg des Wassers von der Quelle bis zum Wasserhahn in den Häusern. Das Wasser der neun Winklarner Quellen wird gefasst und zum Winklarner und auch zum Muschenrieder Hochbehälter geleitet, denn die zwei Muschenrieder Quellen sind stillgelegt. Schon beim Einlauf in den Hochbehälter werden Kleinteile entfernt. Die UV-Anlage tötet etwaige Keime und Bakterien und mit Hilfe von Filterkies wird das Wasser entsäuert und das Eisen herausfiltriert. Das Wasser vom Frauenstein ist sehr weich, aber auch eisenhaltig. Zwei runde Behälter mit je 225.000 Litern speichern das Wasser, bevor es ohne Pumpe in die Haushalte kommt. Die Schüttung der Quellen geht in der Trockenheit merklich zurück, aber momentan ist der tägliche Wasserbedarf von 170 Kubikmetern noch gesichert, so der Wasserwart. Anschließend ging Hans Bock auf die Geschichte der Wasserversorgung ein. Ursprünglich hatte jedes Haus seinen eigenen Brunnen oder musste das Wasser vom Gemeinschaftsbrunnen am Marktplatz holen. Um 1930 gab es schon zwei Wasserleitungen nach Winklarn, eine vom Kalvarienberg und eine vom Kolm (Wald zwischen Zengeröd und Kulz). 1936 wurde dann die erste Leitung von Frauenstein gegraben. Durch den steigenden Wasserverbrauch kam immer wieder eine Quelle dazu. Die letzte neue Quellenfassung, die Erneuerung der Leitung und der Bau des Hochbehälters waren von 2000 bis 2003. Auf dem Rückweg nach Windhals fanden sie noch einige Besonderheiten und lichteten sie ab. Aus den gesammelten Bildern fertigte Joe Häckl ein Abschlussvideo mit allen Eindrücken an. Eine gemeinsame Brotzeit rundete die sehr interessante Wanderung ab.
Die Vorstandschaft des neuen Vereins hat sich intensiv mit der Problematik „Windräder am Frauenstein” auseinander gesetzt,. Von links: von links Josef Holler jun., Eduard Kunschir, Georg Irlbacher, Thomas Liegl, Sebastian Kunschir, Klaus Mösbauer und Konrad Röhrl. (Bild: Annemarie Mösbauer)

Wichtige Informationen für die Mitglieder des neuen Bürgerforums

Nicht nur vielen Bürger im Markt Winklarn brennt der Bau von 10 Windrädern im Waldgebiet des Frauensteins unter den Nägeln, auch die Bewohner der Nachbargemeinden sind in Sorge. Sie wollen ganzheitliche Informationen. Der neu gegründete Verein „Bürgerforum” hat sich dieser Thematik angenommen. Die Initiatoren betonen, sie sind keineswegs Windenergiegegner, aber nicht in diesem sensiblen zusammenhängenden Waldgebiet. Innerhalb von vier Wochen traten fast 150 Personen dem Verein bei. Das spiegelt das Interesse und vielleicht auch die Ängste um dieses Projekt wieder. Die Vorstandschaft gab den Besuchern viele Fakten mit, die jeden betreffen können. Neben den allgemeinen Gefahren durch Windräder bringt der Bau am Frauenstein weittragende Risiken. Eine Wasserquelle hat weitverzweigte unterirdische Wasserblasen, die sich weit über das Quellengebiet hinaus erstrecken. Wird eine solche durch Sprengung oder Grabung verletzt, bedeutet dies den Verlust der gesamten Quelle. Zum Bau einer Einheit werden 5500 t Beton und die dazu gehörenden Zufahrtswege für 250 Betonmischer benötigt. Alle 1 bis 2 Monate brennt ein Windrad in der BRD. Laut Feuerwehrexperten sind die Folgen eines Brandes in diesem teils steilen Waldgebiet nicht auszudenken. Durch die Zerstörung der Landschaft geht das so wichtige Naherholungsgebiet mit Flora (seltene Pflanzen) und Faune (geschützte Tiere) teilweise verloren. Extreme Probleme kann es auch nach 25 Jahren beim Rückbau der Anlagen geben. Dazu gehören Wiederherstellung des Waldbodens, Entsorgung des Windrades selber und der Fundamente. Wohin mit diesen Mengen Beton, von den Kosten gar nicht zu sprechen? Zu diesem Problem gibt sich der Projektant nicht transparent. Verantwortlich für den Rückbau als „Zustandsstörer” sind letztendlich die Verpächter. Die Veranstaltung schloss mit einem Schlusswort des Winklarner Ehrenbürgers Johann Bock, in dem er die Bedeutung und Sensibilität des Trinkwassergebietes eindrucksvoll herausstellte. Aufgrund des großen Interesses wird es am 25. Februar um 19.30 Uhr im Feuerwehrgerätehaus eine öffentliche Bürgerversammlung geben nicht nur für die Grundstückseigentümer. Dabei sollen die Vertreter von Wind 18 Rede und Antwort stehen.
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