Ein Trio aus Klavier, Klarinette und Bratsche ist schon ungewöhnlich. Trotzdem konnte das Trio Aust, das im Rahmen der Kammermusikreihe der Volkshochschule Amberg-Sulzbach im Saal der Sulzbach-Rosenberger Berufsschule auftrat, mit drei ursprünglich für diese Besetzung komponierten Stücken aufwarten. Den Auftakt machte das „Kegelstatt-Trio“, KV 498 von Wolfgang Amadeus Mozart. Mozart spielte selbst Bratsche, und so hat das „Kegelstatt-Trio“ einige flotte und auch sehr dynamische Passagen für dieses Instrument. Es gibt viele Orchester-Witze über Bratschisten, die immer zu langsam und unsauber spielen – Muriel Razavi strafte sie alle Lügen.
Danach spielten Robert Aust (Klavier) und Bettina Aust (Klarinette) das Grand Duo Concertant Es-Dur op. 48 von Carl Maria von Weber. Dass auch mit Klarinette und Klavier stimmungsvolle Dramatik möglich ist, zeigten die Geschwister Aust beeindruckend. Im feurigen ersten Satz demonstrierte Bettina Aust den enormen Tonumfang ihres Instruments (fast 4 Oktaven), während Robert Aust im dramatisch düsteren zweiten ein geradezu gewaltiges Klaviersolo gab. Das Ende war flott und virtuos, wobei die klangliche Balance zwischen dem Steinway-Flügel und der Klarinette immer stimmte.
Dann forderte György Kurtágs „Hommage à R. Sch.“, op. 15/d „aktives Zuhören“ von den Konzertbesuchern. Die Musik des ungarischen Komponisten ist nicht melodiös und eingängig. Er versucht, mit einem Minimum an Tönen „so viel und so dicht wie möglich“ zu formulieren.
Bei den „Märchenerzählungen“, op. 132 von Robert Schumann spielten Bratsche und Klarinette im gleichberechtigten Dialog mit großer Dynamik, während der Flügel stets angenehm zurückhaltend blieb. Im letzten Satz mit seinen komplexen Rhythmen und dem furiosen Finale bewiesen die drei Musiker erneut ihr meisterhaftes Zusammenspiel. Den großen Beifall im gut besetzten Saal belohnte das Trio Aust mit einem der „Acht Stücke für Klarinette, Bratsche und Piano“, op. 83 von Max Bruch.