„Dafroan, dasuffa oder eingeschneit“. Das ist immer die Frage, wenn zu Ehren des heiligen Sebastian in Hohenburg in feierlicher Prozession die Statue des Pestheiligen St. Sebastian durch den Markt getragen wird. Dazu gehörte heuer seit langem das weltliche Brauchtum einer Einkehr im Wirtshaus, um die Geselligkeit zu pflegen. Lange Zeit hat man darauf verzichten müssen, weil in Hohenburg kein Wirtshaus mehr offen hatte. Heuer war das einmal wieder anders. Nach der Prozession war zur weltlichen Sebastiani-Feier in den Musikstadl eingeladen gewesen. Mit der Sebastiani-Prozession erinnern die Hohenburg an das Hungerjahr 1770, als die Getreidevorräte zu Ende waren und Typhus-Erkrankungen samt Viehsterben den Markt heimgesucht haben. In ihrer Not versprochen die Hohenburger, alljährlich am Namenstag des Pestheiligen eine fast lebensgroße Statue in feierlicher Prozession durch den Markt als Erinnerung an die schlimme Zeit zu tragen.
Pfarrer Hans Jürgen Zeitler erinnerte an die Geschichte des Pestheiligen, der vielfach in solchen Notzeiten angerufen wird. Auch die Hohenburger wandten sich damals an den vielverehrten Pestheiligen mit dem Versprechen, an seinem Namenstag eine Statue des Heiligen durch den Ort zu tragen, damit sich dieses Unheil sich nie mehr wiederholen möge.
Begleitet wurde die Statue von Pfarrer Hans-Jürgen Zeitler mit dem Allerheiligsten. In die Prozession hatten sich auch die Mitglieder des Marktgemeinderates und der Bürgermeister, sowie die Vereinsabordnungen und die Bevölkerung eingereiht.
Heuer sprach man in Hohenburg eher von einem dafroana und einem eingeschneiten Wastl. Wie der Volksmund zu erzählen weiß, ist das Sebastiani-Fest in Hohenburg schon immer ein hoher Feiertag gewesen. In früheren Jahren, so erzählt man sich am Biertisch, soll die weltliche Feier im Wirtshaus bis in die Abendstunden gedauert haben und da haben die Hohenburger Honoratioren doch die eine oder andere Maß auf das Wohl ihres Schutzheiligen genossen.