Schwandorf. Ein Einsatz, den man in diesem Alter nicht alle Tage bekommt: Der 19-jährige Schiedsrichter Finn Banderob stand am 10. Mai im Halbfinale der Deutschen Meisterschaft der U17-Junioren auf dem Platz. Vor rund tausend Zuschauern und mit Live-Übertragung auf Sky leitete er die Partie zwischen dem 1. FC Magdeburg und der TSG 1899 Hoffenheim.
Gemeinsam mit seinen Assistenten Kiran Becker und Valentin Striebich sowie dem vierten Offiziellen Joel Hannemann führte Banderob durch eine intensive und temporeiche Partie auf hohem Niveau. Nach einer frühen Führung der Gastgeber drehte Hoffenheim noch vor der Pause die Begegnung und setzte sich am Ende deutlich mit 5:1 durch. Trotz der sportlichen Brisanz verlief das Spiel jederzeit fair – auch ein Verdienst des souverän agierenden Schiedsrichterteams.
Für Banderob selbst war die Ansetzung mehr als nur ein weiterer Einsatz: „Ich war glücklich und habe mich sehr darüber gefreut, weil ich es auch als eine Art Auszeichnung für eine gute Saison sehe“, sagt der 19-Jährige. Entsprechend akribisch bereitete er sich auf die Partie vor. Neben der Analyse der Mannschaften galt es auch, sich auf besondere Rahmenbedingungen einzustellen – etwa die Zusammenarbeit mit einem vierten Offiziellen oder die Anforderungen einer Live-Übertragung.
Trotz der beeindruckenden Kulisse mit voll besetzten Rängen und Kameras blieb Banderob bemerkenswert ruhig. „Ich habe den Moment vor den ganzen Zuschauern einfach genossen“, beschreibt er den Augenblick des Einlaufens. Die notwendige Konzentration folgte dann wie gewohnt mit dem Anpfiff.
Dass ein Schiedsrichter in diesem Alter bereits Spiele auf diesem Niveau leitet, ist alles andere als selbstverständlich. Neben seinem Engagement auf dem Platz studiert Banderob Lehramt für Gymnasium mit den Fächern Biologie und Chemie. Die Balance zwischen Studium und Schiedsrichterei gelingt ihm dabei mit klaren Prioritäten: In Prüfungsphasen steht die Universität im Vordergrund, ansonsten gehört das Wochenende dem Fußball.
Seine bisherigen Stationen zeigen, dass er sich diesen Weg konsequent erarbeitet hat. Lehrgänge auf Verbandsebene, die Teilnahme am Lehrgang des Nachwuchsleistungszentrums in Oberhaching sowie das DFB-Wintertrainingslager in Frankfurt gehören bereits zu seinem Erfahrungsschatz. Weitere Lehrgänge im Sommer stehen an – möglicherweise erneut auf DFB-Ebene.
Sein Ziel ist klar formuliert: der Aufstieg in höhere Spielklassen bis hin zur Regionalliga oder darüber hinaus. Dabei bleibt für ihn neben aller sportlichen Ambition vor allem eines zentral: die Leidenschaft für das Amt. „Am tollsten ist es, auf dem Platz zu stehen und ein Spiel zu leiten“, sagt Banderob.
Der Einsatz im U17-Halbfinale zeigt, welche Möglichkeiten sich engagierten Nachwuchsschiedsrichtern bereits in jungen Jahren eröffnen. Für Finn Banderob war es ein weiterer wichtiger Schritt – und vermutlich nicht der letzte auf seinem Weg nach oben.