Die Pflanzentauschbörse des Obst- und Gartenbauvereins Vilshofen-Rieden am Vereinsheim Wasserhäusl bei Vilshofen war wieder der Renner. Bei herrlichem Wetter und viel Sonnenschein kamen die Gartler auf das Gelände, um ihre Pflanzen einzutauschen und über die aktuellen Entwicklungen in ihren Gärten zu Hause zu berichten. Allerlei Pflanzen wie Cana, Akelei oder verschiedene Gräser und Gemüsepflanzen fürs Beet zu Hause fanden einen neuen freudestrahlenden Besitzer. Bei Kaffee und Kuchen ließ es sich gut und gerne beisammen sein. Organisiert hatte den Tag am Vereinsheim Vorsitzender Johannes Pretzl, Judith Bearkland, Albert Stepper und Ramona Rödl sowie weitere Vorstandsmitglieder. Eine Besonderheit präsentierte der Verein mit und bot eine wahrlich vom Aussterben bedrohte Handwerkskunst mit dem Reisigbesen-Binden an. Albert Stepper vom Verein machte sich Anfang des Jahres auf die Suche und fand in Georg Donhauser aus Rieden ein rühriges Vereinsmitglied, der das alte Handwerk noch beherrscht. In den Wochen vor der Börse durften interessierte Mitglieder bei ihm alles über das Reisigbesen-Binden erfahren. Für das gemeinsame Binden am vergangenen Samstag erhielten die Gartler im Februar die feinen Äste der Birke, welche nach einer Durchforstung übrigblieben. Die angemeldeten Besenbinder und Damen der Vilshofener Hexen fanden sich am Nachmittag der Pflanzentauschbörse ein und erlebten einen tollen Workshop. Bei der konzentrierten Arbeit wurden die einzelnen Reisig zu zwei bis drei kleinen Bündel zu einem großen Bündel zusammen in eine Lehre gelegt und zusammengepresst. Traditionell mit eingeweichten Wirl (Korbweiden) zeigte Georg Donhauser das Zusammenbinden anstatt der Verbindung mit Draht. Wer noch wollte konnte sich aus einem Haselnussstecken einen Stiel auf einer uralten Schnitzbank mit Schellmesser herstellen. Der kurzweilige Nachmittag endete ganz nach dem Motto: „Der erste Besen muss nicht unbedingt kehren können, Hauptsache er fliegt“.