Trotz des herrlichen Frühsommerwetters war das Operettenkonzert des Kulturforums Wernberg erneut restlos ausverkauft. Die Sopranistin Miriam Ciskova und der Pianist Štěpán Slavik präsentierten Höhepunkte der Operettenliteratur – von Johann Strauss über Franz Lehár, Nico Dostal und Emmerich Kálmán bis hin zu Rudolf Friml.
Miriam Ciskova studierte in Pilsen und Prag und verkörperte während ihres Engagements an der Oper Pilsen zahlreiche Opern- und Operettenrollen. Sie ist Preisträgerin des Franz-Lehár-Gesangswettbewerbs im slowakischen Komárno. Zwischen 2000 und 2008 gastierte sie erfolgreich an Opernhäusern in Deutschland und Skandinavien.
Auch Štěpán Slavik kann auf eine beeindruckende musikalische Laufbahn verweisen. Er studierte am Konservatorium in Pilsen und Brünn und nahm erfolgreich an renommierten Wettbewerben wie dem Smetana-Klavierwettbewerb und „Pro Bohemia“ teil. Heute ist er ein gefragter Pianist, Begleiter und Korrepetitor in Böhmen.
Eine besondere Atmosphäre schufen erneut die im Eintrittspreis enthaltenen Fruchtcocktails sowie die delikaten Fingerfoods aus der Sterneküche von Robert Morgan. Damit wurde der Konzertabend auch kulinarisch zu einem besonderen Erlebnis.
Mit ihrem weichen und zugleich kraftvollen Koloratursopran begeisterte Miriam Ciskova das Publikum von der ersten Minute an. Nicht nur akustisch, sondern auch optisch faszinierte die Sopranistin mit ihren zur jeweiligen Musik passend ausgewählten Ballkleidern. Beim „Frühlingsstimmenwalzer“ von Johann Strauss schien es beinahe, als würden draußen im lichtdurchfluteten Burggelände selbst die Vögel mitsingen.
Durch ihre technische Perfektion und die scheinbare Mühelosigkeit selbst in schwierigsten Passagen wirkte ihr Gesang stets leicht, elegant und beschwingt. Es gelang ihr eindrucksvoll, die Schönheit und den Charme der Operettenmelodien dem Publikum nahezubringen.
Zwischen den Arien bewies Štěpán Slavik sein großes Können mit Solostücken von Bach bis Haydn, von Chopin über Smetana und Dvořák bis hin zu Schumann. Sein Spiel überzeugte durch technische Präzision ebenso wie durch Ausdrucksstärke und musikalische Sensibilität.
Nach diesem Konzert wünscht man sich die Künstlerin unweigerlich auch in großen Opernrollen erleben zu dürfen. Sie wäre für jedes Ensemble eine echte Bereicherung.
Zusammenfassend bewies das Kulturforum Wernberg erneut ein ausgezeichnetes Gespür für die Auswahl hochkarätiger Künstler und ein stimmungsvolles Veranstaltungsmanagement. Das Publikum dankte es mit lang anhaltendem Applaus.