Fahnen an der Kapelle (Bild: Dirk Vogel)

Patronatsfest in Hüttstadl: Drei Tage beste Stimmung

Der Schützenverein Hüttstadl hat sein diesjähriges Patronatsfest zu Ehren des Kirchenpatrons St. Veit mit einem dreitägigen Programm gefeiert – und traf damit offenbar genau den Geschmack der vielen Besucher. Von Kartlern über Festgäste bis zu Familien mit Kindern war für jeden etwas dabei, und am Ende stand ein rundum gelungenes Fest. Den Auftakt bildete am Freitag ein Preisschafkopf, zu dem die Kartlerinnen und Kartler in großer Zahl erschienen: Das Vereinsheim war restlos gefüllt, und schon hier war die gute Stimmung für das gesamte Wochenende zu spüren. Im Mittelpunkt des Samstags stand der kirchliche Teil des Patronatsfests: ein feierlicher Gottesdienst zu Ehren des heiligen Veit, an den sich ein Festumzug durch den Ort anschloss. Nahtlos ging die Feier danach in einen ausgelassenen Partyabend über – für Stimmung sorgte Marcel Benker, während sich viele Gäste zusätzlich die Fußballübertragung nicht entgehen ließen. Bei bestem Wetter dauerte das Fest bis in die Morgenstunden, und Besucher wie Organisatoren zeigten sich gleichermaßen begeistert von der ausgelassenen Stimmung. Auch der Sonntag hatte einiges zu bieten: Zum Mittagessen füllte sich der „Biergarten” des Schützenvereins bis auf den letzten Platz. Am Nachmittag folgte ein Familienprogramm mit Schnupperschießen, bei dem Groß und Klein die Gelegenheit hatten, sich selbst im Schießsport zu versuchen. Den Abschluss des Patronatsfests bildete ein Kabarettabend mit „Horrido Express“ – der für beste Unterhaltung und zahlreiche Lacher im Publikum sorgte. Der Schützenverein Hüttstadl zog nach dem Fest ein rundum positives Fazit und bedankt sich ausdrücklich bei allen Helferinnen und Helfern sowie den Sponsoren, ohne deren Einsatz und Unterstützung ein solches Fest nicht möglich gewesen wäre.
Die Geehrten von links: Wilhelm Pscherer, Angelika Pscherer, Bruno Nickl, Josef Nickl, Michael Daubner und Vorstand Mario Bauer. (Bild: Dirk Vogel)

Ehrung für über 70 Jahre im Vereinszugehörigkeit

Im festlichen Rahmen der Weihnachtsfeier des Schützenvereins Hüttstadl/St. Veit kamen mehr als 50 Mitglieder und Helfer zusammen. Vorstand Mario Bauer nutzte den Abend für einen Rückblick auf ein erfolgreiches Vereinsjahr, das „sehr positiv“ abgeschlossen werden konnte. Besonders hob Bauer dabei mehrere Höhepunkte hervor: die neue Schießanlage, das Patronatsfest sowie die „Hüttstadler Weihnacht“, die im Jahresverlauf wichtige Akzente im Vereinsleben setzten. Auch für das kommende Jahr stellte der Vorstand bereits einige Neuerungen in Aussicht und kündigte „ein paar Überraschungen“ an. Zugleich lobte er den ausgeprägten Zusammenhalt innerhalb des Vereins und zeigte sich zuversichtlich mit Blick auf die bevorstehenden Aufgaben und Herausforderungen. Den Höhepunkt des Abends bildeten die Ehrungen langjähriger Mitglieder. Besonders gewürdigt wurde der 91-jährige Bruno Nickl, der für über 70 Jahre Vereinszugehörigkeit ausgezeichnet wurde. Als Anerkennung für seine Treue und seine außergewöhnlichen Verdienste erhielt er zudem die Ehrenmitgliedschaft. Nickl habe – gemeinsam mit Josef Voit – maßgeblich dazu beigetragen, den Verein nach schwierigen Zeiten wiederzubeleben. Nicht nur der Bau des Schützenhauses wurde durch dieses Engagement vorangetrieben, auch sei damit ein wichtiger Grundstein für die Zukunft des Schießsports in Hüttstadl gelegt worden. Für 40 Jahre Mitgliedschaft wurden Josef Nickl und Michael Daubner geehrt. Seit 25 Jahren gehören Angelika und Wilhelm Pscherer dem Verein an und wurden ebenfalls ausgezeichnet. Zum Abschluss bedankte sich Mario Bauer bei allen Mitgliedern und Helfern für die Zusammenarbeit im vergangenen Jahr und verband dies mit dem Wunsch, dass die positive Entwicklung des Vereins auch im neuen Jahr weiter anhält.
Die Musikanten mit ihrem Leiter Franz-Josef Pscherer (links). (Bild: gis)

„Umispielen” in Mehlmeisel

Den Schneewalzer hatten sie heuer „witterungsbedingt” nicht im Repertoire: Musikanten aus Mehlmeisel und um Umgebung, die sich, nach über 60 Jahre altem Brauch zusammentun, um zur Freude der Bewohner, festlich-fröhlich Glück und Segen in die Häuser zu bringen. Früher zogen sie zu Fuß durch das Dorf, mussten oftmals durch Meter hohen Schnee stapfen oder waren - wie auch heuer wieder - im Grünen unterwegs. Der Brauch des „Umispielens” knüpfe an das Neujahrssingen der Arbeiter in der Paterlhütte an, die in der Silvesternacht nach getaner Arbeit von Haus zu Haus zogen und das Mehlmeiseler Neujahrslied sangen: „Hört Ihr Leut' und lasst euch sag'n, Hammer und Glöckle hab'n 12 Uhr g'schlag'n. Zwölf Uhr ist der letzte Schlag, ist wiederum ein Jahr vollbracht ...” heißt es im Ort. Das kann sich aber Heimatforscher Josef Wiche nicht vorstellen: „Denn der Betreiber der Hütte war ein sehr christlicher Mann, der den Betrieb ab Heiligabend über die Rauhnächte bis Dreikönig ruhen ließ. Zwar wurde in der Paterlhütte viel gesungen, aber zu den genannten Tagen hat dort sicher niemand gearbeitet. Während der Rauhnächte verrichteten die Dorfbewohner auch zu Hause kaum Arbeit. Angeblich haben die Frauen nicht einmal gefegt oder Wäsche gewaschen und die Männer versorgten nur die Tiere im Stall. Erst an Dreikönig kehrte das Arbeitsleben zurück.” Ältere Dorfbewohner erinnern sich auch heute noch an diese alten Bräuche.


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