Auch in diese Jahr war der evangelische Pfarrer Stefan Fischer gerne der Einladung von Pfarrvikar Christian Preitschaft gefolgt und sie feierten gemeinsam den ökumenischen Gottesdienst am Mausberg. Gleich zu Beginn seiner Predigt stellte Pfarrer Fischer fest, dass es schon etwas gewagt sei, als evangelischer Pfarrer in einer Wallfahrtskirche über Maria zu predigen. Dabei spreche Maria in der Bibel gar nicht viel. Wir lebten heute in einer Zeit, in der Vertrauen schon fast zu einem Fremdwort geworden sei. Wir buchten kein Hotel, ohne zuvor Bewertungen zu lesen, verfolgten unsere Pakete in Echtzeit und kontrollierten uns selber mit der Smartwatch. Wenn jemand sagte: „vertrauen Sie mir!” sei das oft genug ein Grund misstrauisch zu werden. Maria bekam keine Kontrolle. Sie bekam eine Verheißung. Keinen Businessplan und keine FAQ des Himmels und schon gar keine Gebrauchsanweisung für die nächsten dreißig Jahre. Nur die Botschaft: „Fürchte dich nicht!” Danach eine Aufgabe, die größer war als alles andere, was sie sich hätte vorstellen können. Zwar hinterfrage sie diese Botschaft zunächst, jedoch antwortet sie schließlich : „Mir geschehe, wie du gesagt hast.” Dies sei ein völliger Vertrauensbeweis gegenüber Gott. Vertrauen beginne nicht da, wo alles klar sei oder weggeleugnet werde, Vertrauen beginne da, wo nicht alles klar sei. Sonst wäre es kein Vertrauen, so der Pfarrer.
In unserer Zeit würde viel diskutiert über Fakten, die man oft nicht erklären könne und die Familien und Menschengruppen spalten würden. Man könne es nicht ertragen, keine Antwort zu haben. Dies sei uns abhanden gekommen. Manchmal bräuchten Fragen aber Geduld und müssten ausgehalten und ertragen werden. Manche unerklärbare Lebenszusammenhänge könnten einfach alles verändern, wie bei Maria.
Der Posaunenchor aus Rosenberg-Poppenricht gestaltete auch diesen Gottesdienst wieder mit feierlichen Liedern und Musikstücken.