Fünf Tage, die nachwirken: Die Wallfahrt der Pfarreiengemeinschaft Wernberg-Köblitz vom 7. bis 11. April 2026 nach Lourdes wurde für die Teilnehmer zu einer tief bewegenden Glaubenserfahrung – geprägt von Gemeinschaft, Gebet und eindrucksvollen Begegnungen.
Der kleine Ort am Fuß der Pyrenäen zählt zu den bedeutendsten Marienwallfahrtsorten der Welt. Seine Anziehungskraft geht auf Bernadette Soubirous zurück, die hier im Jahr 1858 von Marienerscheinungen berichtete. Bis heute kommen jährlich Millionen Pilger, um Hoffnung, Trost und Stärkung im Glauben zu finden.
Bereits die Anreise stand im Zeichen des Aufbruchs: Frühmorgens startete die Gruppe in Wernberg-Köblitz, begleitet vom Reisesegen durch Pfarrer Markus Ertl. Über München und Toulouse führte der Weg schließlich in den Süden Frankreichs.
Ein erster spiritueller Höhepunkt erwartete die Gruppe im kleinen Dorf Bartrès. In der schlichten Pfarrkirche, die eng mit der Kindheit Bernadettes verbunden ist, feierten die Pilger ihren Eröffnungsgottesdienst. Das gemeinsame Singen des „Ave Maria“ und der Segen mit einer Reliquie der Heiligen verliehen diesem Moment eine besondere Tiefe.
In Lourdes angekommen, tauchten die Pilger unmittelbar in die besondere Atmosphäre des Heiligtums ein: die Grotte von Massabielle, an der die Erscheinungen stattfanden, die imposanten Basiliken und vor allem die stille Kraft des Gebets, die überall gegenwärtig ist. Unvergesslich bleiben vor allem die abendlichen Lichterprozessionen: Tausende Menschen aus aller Welt ziehen dabei mit Kerzen durch den heiligen Bezirk, beten und singen gemeinsam das „Ave Maria“ – ein Moment tiefer Verbundenheit über Sprach- und Ländergrenzen hinweg.
Ein Höhepunkt war der internationale Gottesdienst mit rund 20.000 Gläubigen. Als die Pilgergruppe aus Wernberg-Köblitz auf Deutsch begrüßt wurde, war die Freude groß. Ebenso bewegend gestaltete sich die Spurensuche durch das „alte“ Lourdes: Orte wie die Mühle Boly, ihr Geburtshaus, oder das Cachot, in dem sie zeitweise mit ihrer Familie lebte, machten das einfache und oft entbehrungsreiche Leben der Heiligen greifbar. Gemeinsame Lieder verliehen diesen Stationen eine persönliche Note.
Ein besonderer Höhepunkt folgte am dritten Tag: ein Gottesdienst direkt an der Grotte, zelebriert von Pfarrer Markus Ertl. Die Nähe zu diesem zentralen Ort ließ viele Pilger innehalten. Beim anschließenden Kreuzweg am Espelugues-Hügel wurde der Leidensweg Christi gemeinsam bedacht – ein intensives Erlebnis, das durch die aktive Beteiligung der Gruppe noch vertieft wurde. Neben den geistlichen Höhepunkten bot die Reise auch Raum für Gemeinschaft und Naturerlebnisse – etwa beim Ausflug auf den Pic du Jer mit weitem Blick über die Pyrenäen.
Auch der vierte Tag stand ganz im Zeichen des individuellen Erlebens. Er begann mit einem Gottesdienst in der St.-Anna-Kapelle, einer Seitenkapelle der großen Basilika – ein besonders passender Ort, da eine der Heimatkirchen der Pilger ebenfalls der heiligen Anna geweiht ist. Ob beim Besuch der Bäder, im stillen Gebet oder beim Mitnehmen von Wasser aus der Quelle – jeder fand seinen eigenen Zugang zu diesem besonderen Ort. Der abschließende Besuch der Lichterprozession wurde für viele zu einem emotionalen Abschied.
Auf der Rückreise machte die Gruppe erneut Halt in Toulouse. In der beeindruckenden Basilika Saint-Sernin und der Jakobinerkirche, wo sich das Grab des Theologen Thomas von Aquin befindet, wurde ein letzter gemeinsamer Gottesdienst gefeiert – ein würdiger Abschluss der Reise.
Was bleibt, ist mehr als Erinnerung: Es sind Begegnungen, gemeinsame Gebete und stille Momente, die diese Tage geprägt haben. Die hervorragende Organisation durch das Bayerische Pilgerbüro, die engagierte Reiseleitung sowie die geistliche Begleitung durch Pfarrer Ertl machten die Wallfahrt zu einer rundum gelungenen Erfahrung.
Für viele steht fest: Diese Reise hat Spuren hinterlassen – im Herzen, im Glauben und in der Gemeinschaft.