Normalerweise ist der 1. Mai, zumindest auf dem Land, ein ruhiger Feiertag. Nicht so im Stadtteil Brand, spätestens um 16.00 Uhr war es mit der Ruhe dahin, denn da traten 20 Böllerschützen in Aktion und entwickelten einen ohrenbetäubenden Lärm. Ein dreifaches Ziel sollte erreicht werden: Vertreibung des Winters, Begrüßung der Frühlings und kameradschaftliches und gemütliches Beisammensein auf dem „Festgelände“. Man hatte dazu ein Restgrundstück am ehemaligen Gelände der Weberei an der Ecke Jahn-,Hauptstraße ausgesucht, was sich besonders für diesen Anlass eignete. 20 Böllerschützen aus Brand, Wunsiedel, Tröstau, Röthenbach, Hohenberg und Neudrossenfeld gaben sich das Stelldichein. Auch Peter Pinzer, der Gau- und Bezirksböller Referent war unter ihnen. Das Kommando lang in den Händen von Erich Fuchs, dem Vorsitzenden der Böllervereinigung des Schützenvereins Brand.
Die Böllerschüsse verliefen nicht willkürlich, sondern folgten einen Plan und einer festgelegten Abfolge. Erich Fuchs gab den Takt und die Reihenfolge vor. Der Auftakt bildete der Salut, es folgte eine „langsame Reihe, eine schnelle Reihe, der Doppelschlag, und die zusammenlaufende Reihe“. Das Finale bildete der „Abschlusssalut“, der die Lautstärke noch einmal steigerte. Eine riesige blaue Rauchwolke hüllte das Gelände ein. Zum Einsatz kamen Hand – und Schaftböller.
Die Familie Fuchs hatte Einrichtung und Gebäude für ein gemütliches Beisammensein zu Verfügung gestellt und hergerichtet, was von den zahlreichen Gästen angenommen wurde. Es gab viel zu erzählen; denn man tritt nicht nur am 1. Mai auf, sondern auch bei anderen Anlässen wie Taufen, Geburtstagsfeiern, Hochzeiten, kirchlichen und weltlichen Festen, ist man sehr gefragt. Das Böllern hat eine traditionsreiche Vergangenheit und wird in der Gegenwart immer beliebter. In Brand wurde die Tradition 2014 wieder aufgenommen, aber es gibt auch Berichte, dass schon um 1500 , z.B. in Wunsiedel, der Brauch gepflegt wurde. Die Verantwortlichen brachten den Wunsch zu Ausdruck, dass man neue aktive Kräfte gewinnen möchte. Man müsse einem Schützenverein angehören und verschiedene Stationen der Genehmigung durchlaufen. Oberstes Ziel ist die Sicherheit und dass kein Schaden entsteht. In Oberfranken sind 65 Böllergruppen mit fast 600 Schützinnen und Schützen aktiv.