Die Friedenskirche in Wackersdorf ist seit 60 Jahren ein Ort des Gottesdienstes, der Begegnung und des Gemeindelebens. Dieses Jubiläum feierte die evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Schwandorf/Wackersdorf mit einem Festgottesdienst und anschließendem Gemeindefest rund um die „Kirche auf dem Berg“.
Der Festtag erinnerte an den Himmelfahrtstag des Jahres 1966. Damals wurde die Friedenskirche am 19. Mai durch Kreisdekan Schwinn aus Regensburg und Pfarrer Rückert eingeweiht. Zuvor hatten die evangelischen Christen ihre Gottesdienste dank ökumenischer Gastfreundschaft im katholischen Jugendheim gefeiert. Zur Einweihung führte ein Kirchenzug hinauf zur neuen Kirche an der Sportplatzstraße. Heute prägt die Friedenskirche mit ihrer erhöhten Lage und dem Blick über Wackersdorf und die Seenlandschaft des ehemaligen Braunkohlentagebaus das evangelische Leben vor Ort.
Im Jubiläumsgottesdienst griffen Pfarrer Klaus Stolz und Pfarrer Stefan Drechsler die Geschichte der Kirche auf besondere Weise auf. Statt einer klassischen Predigt führten sie ein Zwiegespräch der „Kirchenglocken“ auf. Mit symbolischen Glocken übergezogen, ließen sie Vergangenheit und Zukunft der Friedenskirche humorvoll, nachdenklich und immer wieder heiter zur Sprache kommen. Dabei wurde deutlich: Diese Kirche ist nicht nur ein Gebäude, sondern ein Ort, an dem viele Menschen Erinnerungen, Glaubenserfahrungen und Gemeinschaft verbinden.
Auch die angehenden Konfirmandinnen und Konfirmanden waren in den Gottesdienst eingebunden. Sie brachten Gaben zum Altar, darunter eine besondere Kostbarkeit der Gemeinde: die große Altarbibel, die Bundeskanzler Ludwig Erhard der Friedenskirche im Juli 1966 persönlich signiert geschenkt hatte. Sie steht bis heute für die Anfänge der Kirche und für die Wertschätzung, die dem Neubau damals entgegengebracht wurde.
Musikalisch gestaltete der Gospelchor Heavenbound den Festgottesdienst mit. Damit wurde das Jubiläum nicht nur zu einem Rückblick, sondern auch zu einem Zeichen gegenwärtigen Gemeindelebens.
Die Geschichte der Friedenskirche reicht in die frühen 1960er-Jahre zurück. 1961 erwarb die Kirchengemeinde ein Grundstück an der Sportplatzstraße, 1962 wurde der evangelisch-lutherische Kirchenbauverein Wackersdorf gegründet. Am 25. Juli 1965 folgte die Grundsteinlegung. Geplant wurde die Kirche von Architekt Gustav Gsaenger, die Bauleitung hatte Rudolf Hom. Eine Verbindung zur Schwandorfer Erlöserkirche besteht bis heute: Deren frühere Altarplatte wurde verkleinert und für den Altar der neuen Friedenskirche verwendet.
Besondere Merkmale des Kirchenraums sind das Glasfenster mit der Jesusdarstellung, das vor allem in der Morgensonne eine eindrucksvolle Lichtstimmung erzeugt, sowie die beiden von Hand zu läutenden Glocken. Eine Glocke stammt aus dem Dachreiter der Erlöserkirche Schwandorf, eine weitere wurde 1984 neu gegossen. 2016 wurde die Friedenskirche umfassend renoviert; auch der Gemeinderaum unter der Kirche wurde erneuert und ist heute barrierefrei erreichbar.
Nach dem Gottesdienst ging das Jubiläum in ein fröhliches Gemeindefest über. Im Gemeindesaal unter der Kirche und auf der Wiese vor dem Gotteshaus waren Plätze vorbereitet. Bei Mittagessen, Gesprächen und Begegnungen wurde weitergefeiert. Für die Kinder gab es eine Hüpfburg der Johanniter.