Zum Beginn des Schuljahres startete an der Grund- und Mittelschule Windischeschenbach ein besonderes Projekt in Kooperation mit dem örtlichen AWO-Seniorenheim: Jeden zweiten Mittwochvormittag besuchen Schülerinnen und Schüler der 6. Klasse die Bewohnerinnen und Bewohner der Einrichtung, um gemeinsam Zeit zu verbringen – beim Spielen, Vorlesen oder einfach im Gespräch.
Bei der Auftaktveranstaltung im Seniorenheim begrüßten Einrichtungsleiter Christian Reuter und Sozialdienstleiterin Kathrin Köllner die Jugendlichen. Nach einer kurzen Kennenlernrunde lockerte ein gemeinsames Spiel die Atmosphäre auf – schnell war spürbar, wie Berührungsängste schwanden und echte Begegnungen entstanden. „Es ist schön zu sehen, wie schnell die jungen und älteren Teilnehmer zueinander gefunden haben. Wir hoffen, dass dieses Projekt beiden Seiten bereichernde Erlebnisse schenkt“, betonte Einrichtungsleiter Reuter.
Auch die Schülerinnen und Schüler zeigten sich begeistert: „Es ist spannend, mit den Senioren zu sprechen und von ihren Geschichten zu hören“, meint Julian, ein Sechstklässler der Mittelschule.
Während die Jugendlichen von den Lebenserfahrungen der Seniorinnen und Senioren lernen, erleben diese neue Impulse, Freude und Abwechslung im Alltag. So bringen die Senioren den Jugendlichen alte Handwerkstechniken wie Stricken oder Häkeln nahe, während der Nachwuchs kompetent – etwa beim Umgang mit dem Smartphone – unterstützen kann. Inzwischen wurden zwischen Jung und Alt auch schon erste Freundschaften geknüpft – sichtbar durch freudige Erwartung des jungen Besuchs auf Seiten der Älteren oder durch kleine Geschenke wie Schlüsselanhängern oder selbstgeschriebenen Briefen von Seiten der Jüngeren.
Das Projekt wird auch in den kommenden Monaten fortgesetzt und bietet wertvolle Chancen, Brücken zwischen den Generationen zu bauen. Inzwischen haben auch andere Klassen und Gemeinschaften, etwa die ARV-Tagespflege Waldnaabtal, Interesse an derlei Kooperationen bekundet. Durch diesen Blick über den Tellerrand der Generationen werden Vorurteile auf beiden Seiten schrittweise abgebaut – ein wahrer Gewinn für die Gemeinschaft.