Zu einem faszinierenden Spaziergang durch die Nabburger Stadtgeschichte lud die Marianische Männerkongregation Pfreimd ein. Unter der fachkundigen Leitung von Gästeführer und Heimatpfleger Raphael Haubelt begaben sich vergangenen Freitag 15 interessierte Teilnehmer bei der Führung „Berührungspunkte“ auf Spurensuche entlang des historischen Zwingerwegs rund um die fast vollständig erhaltene Stadtmauer.
Der Zwingerweg, im Mittelalter als doppelter Mauerring zur Verteidigung angelegt, bot die perfekte Kulisse für packende Anekdoten. Haubelt führte die Gruppe zu historischen Punkten wie dem Pulverturm oder den alten Felsenkellern, die einst der Bierlagerung dienten. Auch mystische Volkssagen lebten an den geheimnisvollen Kellern unter der Schießstätte wieder auf.
Historisch hinterließen bereits die Hussiteneinfälle im 15. Jahrhundert Spuren: Nabburg wurde stark gebrandschatzt und erlebte verheerende Zerstörungen. Dank Steuererleichterungen durch Kurfürst Ludwig III. konnte die Stadtbefestigung ab 1429 wieder aufgebaut und später verstärkt werden.
Auch religionsgeschichtlich bot die Führung bemerkenswerte Einblicke: Bedingt durch das Prinzip „Cuius regio, eius religio“ mussten die Nabburger je nach Landesherrn mehrfach ihre Konfession wechseln. Der Versuch, den Calvinismus einzuführen, gipfelte 1592 in einem gewaltsamen Aufstand der Bevölkerung gegen den calvinistischen Pfarrer Sebastian Breitschedl, der dabei ermordet wurde. Ab 1628 erreichte die Gegenreformation die Stadt und führte zur Rekatholisierung Nabburgs.
Weitere Stationen waren der Dechanthof aus der Zeit nach 1455, das Mähntor mit seinem schützenden Mariengemälde sowie die historische Zinngießerei Schreiner, die einst sogar den königlichen und kaiserlichen Hof belieferte.
Den rundum gelungenen Abend ließen die Teilnehmer schließlich in geselliger Runde im Sterngarten Nabburg ausklingen.