Es war ein besonderer Höhepunkt im Veranstaltungskalender des Marktes Moosbach, als im vergangenen Jahr Dr. Charlotte Knobloch, die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, den Rathaussaal in Moosbach besuchte. Im Rahmen einer bewegenden Podiumsdiskussion entstand damals eine tiefe Verbundenheit – und die Zusage für ein Wiedersehen: Frau Dr. Knobloch lud die Moosbacher Delegation spontan zu einem Gegenbesuch nach München ein. Dieses Versprechen wurde nun eingelöst.
Unter der Organisation von Erstem Bürgermeister Armin Bulenda und Rektor a. D. Josef Rauch machte sich eine Reisegruppe auf den Weg in die Landeshauptstadt. Neben zahlreichen interessierten Bürgerinnen und Bürgern begleiteten auch die stellvertretende Landrätin Andrea Lang, Pfarrer Udo Klösel sowie Landtagsabgeordneter a. D. Fritz Möstl die Fahrt.
Am St.-Jakobs-Platz angekommen, wurde die Reisegruppe persönlich von Frau Dr. Charlotte Knobloch herzlich willkommen geheißen. In einem anregenden und sehr persönlichen Austausch betonte die IKG-Präsidentin die Bedeutung des Dialogs zwischen dem ländlichen Raum und der jüdischen Gemeinde.
Ein zentraler und bewegender Programmpunkt war die Besichtigung des Untergeschosses: Durch den unterirdischen „Gang der Erinnerung“, der das Gemeindezentrum mit der Synagoge verbindet und an die über 4.500 von den Nationalsozialisten ermordeten Münchner Juden erinnert, gelangte die Gruppe zur Hauptsynagoge Ohel Jakob.
Bei einer fachkundigen Führung erfuhren die Gäste beeindruckende Details über die Architektur und Symbolik des Gotteshauses. Der Sockel aus wuchtigen Natursteinen erinnert an die Klagemauer in Jerusalem, während der gläserne Laternenaufsatz im Obergeschoss von einem stilisierten Davidstern-Geflecht umwebt wird und für das Zeltdach des Stiftshütten-Heiligtums in der Wüste steht. Besonders faszinierte die Anwesenden der lichtdurchflutete Innenraum, der mit warmem Zedernholz aus dem Libanon verkleidet ist, sowie die hebräischen Inschriften der Zehn Gebote über dem Thoraschrein.
Nach den tiefgreifenden Eindrücken in der Synagoge ging es zum gemeinsamen Mittagsmahl in das koschere Restaurant Einstein, das sich direkt im Gemeindezentrum befindet. Bei traditionellen jüdischen Speisen bot sich ausreichend Gelegenheit, das Gesehene Revue passieren zu lassen und die Gespräche zu vertiefen.
Der Nachmittag stand der Reisegruppe zur freien Verfügung, um die Münchner Innenstadt zu erkunden, bevor am späten Nachmittag die Heimreise nach Moosbach angetreten wurde. Alle Beteiligten waren sich einig: Dieser Gegenbesuch war ein nachhaltiges Zeichen der Freundschaft, der Toleranz und des gelungenen interkulturellen Austausch-Dialogs.