Was in der letzten ordentlichen Mitgliederversammlung im Februar dieses Jahres nicht möglich war, konnte in der Versammlung am Samstag im Gasthaus Plödt, Diepoltsreuth, einstimmig vollzogen werden. Die 99-jährige Freiwillige Feuerwehr Bergnetsreuth hat nach dem Rücktritt von Vorsitzenden Harald Kick und Stellvertreter Thomas Bock wieder eine funktionierende Vorstandschaft.
Voraussetzung dafür war eine notwendige Änderung der bisherigen Vereinssatzung. Darin war festgelegt, dass nur aktive Mitglieder in die Vorstandschaft gewählt werden können. Ein Hinderungsgrund für fördernde Mitglieder die bereit waren, sich aktiv in die Vereinsarbeit durch Übernahme eines Ehrenamts mit einbinden zu lassen. Sie hatten kein Stimmrecht.
Die Versammlung vom Februar war sich damals schon einig, schnellstmöglich eine Satzungsänderung durchzuführen. Auch der Vorschlag von Kreisbrandmeister Marco Saller, in diesem Zusammenhang die gültige Mustersatzung des Landesfeuerwehrverbandes anzunehmen und zu beschließen, fand Zustimmung. Mitglied Erich Schieder hatte drei Änderungen der Mustersatzung in Vorschlag gebracht, die durch Vorsitzenden Harald Kich vorgetragen wurden. Die Versammlung billigte jeden Vorschlag durch einstimmige, schriftliche Abstimmung. Fleißarbeit wurde in den letzten Wochen geleistet. Durch die Berichtigung der Mustersatzung konnte jetzt schon die Neufassung der Satzung (Mustersatzung) zur Beschlussfassung vorgelegt werden. Sie fand die einstimmige durch schriftliche Abstimmung einstimmige Annahme durch die Versammlung. Die Satzung trat sofort in Kraft. Damit war der Weg für die Neuwahl der Vorstandschaft frei.
Unter Wahlleitung von Bürgermeister Robert Lindner wurde die Neuwahl vollzogen in schriftlicher Form vollzogen. Das Vertrauen erhielten: 1. Vorsitzender Manfred Bock (Grafenreuth), 2. Vorsitzende Yvonne Dantes (Pauschendorf), Kassier Josef Lindner (Bergnetsreuth) und Schriftführer Jonathan Venzl (Pauschendorf). Zu Beisitzern wurden Matthias Meierhöfer und Markus Riedl gewählt. Als neue Kassenprüfer erhielten Harald Kick und Bernhard Einweg (neu) das einstimmige Vertrauen Als Fahnenträger haben sich Alexander Reindl und Marioa Lohrer bereit erklärt. Die Gewählten nahmen mit Dank an die Versammlung und für das Vertrauen die Wahl an. Die Wahldauer wurde auf drei Jahre festgelegt.
Der neue Vorsitzende Manfred Bock machte nach seinen Dankesworten deutlich, dass für die neue Vorstandschaft und den Führungskräften der Wehr die Vorbereitung und Organisation der 100-Jahrfeier im nächsten Jahr Vorrang hat. Er erinnerte daran, dass es Landwirte und Anwesensbesitzer der Ortsteile Bergnetsreuth, Pauschendorf, Welsenhof und Fehrsdorf waren, die 1937 für den Brand- und Katastrophenschutz die Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr anregten. Noch im gleichen Jahr fand die Gründungsversammlung statt. Sie ist heute noch die einzige Feuerwehr im Flosser Land. Keine der anderen früheren fünf Landgemeinden hat sich durchringen können, eine solche Hilfsorganisation ins Leben zu rufen. Heute erstreckt sich der Gebietsbereich der Wehr auf weitere, benachbarte Orte im Flosser Land. So kommt der neue erste Vorsitzende Manfred Bock aus der früheren Gemeinde Grafenreuth. Selbst bei der Kommunalen Gebietsreform in Jahre 1972, wo die frühere Gemeinde Bergnetsreuth in den Markt auf freiwilliger Basis eingegliedert wurde, behauptete sich die Feuerwehr in ihrer Selbständigkeit und Eigenständigkeit. Das führte auch zum Neubau eines Gerätehauses sowie zum Ankauf eines Löschfahrzeuges. Ein fester Bestandteil der Ausrüstung ist der moderne Stand aller notwendigen Gerätschaften. Heute denkt niemand mehr daran, an dieser festen, freiwilligen Organisation und Einrichtung etwas zu ändern. Stützpunktfeuerwehr ist und bleibt die Flosser Wehr mit der ein beispielhaft gutes kameradschaftliches Verhältnis besteht.
Der Stolz der Bergnetsreuther Feuerwehr drückte sich nicht nur durch das Gerätehaus mit Unterrichtsraum (Floriansstüberl) aus, auch die neue Vereinsfahne wird bei den gegebenen Anlässen, Feiern und Festlichkeiten als Symbol der Einigkeit und der Hilfe des Nächsten mitgeführt. Manfred Bock rief zur weiteren Geschlossenheit in der Wehr auf – in der Gemeinsamkeit liegt die Stärke - und blickte zuversichtlich auf das Jubiläumsjahr 2027.