Schon seit der Barockzeit war die Trompete ein Repräsentationsinstrument der höfischen und kirchlichen Festkultur. Drei Trompeten und Pauke bildeten die klassische „Hof- und Kirchenmusikbesetzung“. Seit über 400 Jahren steht diese Kombination, begleitet von Orgel oder Orchester, für festlich strahlende Kirchen- und Repräsentationsmusik und als musikalisches Emblem für Feierlichkeit und Erhabenheit.
Einen intensiven Eindruck davon bekamen die zahlreichen Zuhörer der Mittagsandacht „Punkt 12“ am vergangenen Samstag. Die drei Trompeter Andreas Bäumler, Stefan Bodenmeier und Jakob Reichl spielten zusammen mit Georg Bäumler an der Pauke und dem Organisten Harald Bäumler Werke aus fünf Jahrhunderten. Von Heinrich VIII. über Jean Joseph Mouret, Georg Philipp Telemann, Johann Sebastian Bach und Felix Mendelssohn-Bartholdy bis zu den zeitgenössischen Komponisten Hans-André Stamm sowie Samuel Barber spannte sich das abwechslungsreiche Programm.
Die drei Blechbläser Andreas Bäumler, Stefan Bodenmeier und Jakob Reichl bewiesen mit strahlendem und virtuosem Spiel ihre besonderen Fähigkeiten auf ihren verschiedenen Instrumenten, denn im Laufe der Andacht kamen je nach Werk abwechselnd Trompete, Piccolotrompete und Flügelhorn zum Einsatz. Mit rhythmisch präzisem und abwechslungsreichem Paukenspiel assistierte und akzentuierte Georg Bäumler das musikalische Geschehen.
Im „Adagio for Strings“ von Barber präsentierte Organist Bäumler die Josefs-Orgel farbenreich in allen zur Verfügung stehenden Tonlagen.
Roman Landgraf las die Lesungen des 18. Sonntages im Jahreskreis und verband sie mit einem abschließenden Segensgebet zu einem stimmigen liturgischen Rahmen.
Als Zugabe erklang „The Lost Chord“ aus der Feder des britischen Komponisten Arthur Sullivan, in der die Instrumentalisten noch einmal alle verfügbare Klangpracht ausschöpften.