120 Jahre Kolpingsfamilie Marktredwitz – 80 Jahre Kreuz beim 24-Örter-Stein
80 Jahre steht das Kreuz über Marktredwitz beim 24 Örter-Stein
Die Anfänge: Errichtung des ersten Kreuzes
Die Kolpingsfamilie Marktredwitz feiert dieses Jahr ihr 120. Jubiläum. Vor 80 Jahren stellte sie zusammen mit der katholischen Jugend das erste Kreuz an der früheren Thingstätte beim 24-Örter-Stein auf.
1946 entschloss sich die Kolpingsfamilie gemeinsam mit der katholischen Jugend, am im Volksmund genannten 24-Örter-Stein ein „Christusfeuer“ zu entzünden und dabei ein Kreuz aufzustellen.
Widerstand und Durchsetzung
Trotz Einwänden und Bedenken der zuständigen Stellen und der Bevölkerung nach dem Krieg wurde das Kreuz aufgestellt. Fackelläufer aus Marktredwitz, Waldershof und Brand trugen das Feuer zum 24-Örter-Stein und entzündeten die Feuerschalen rund um das neue Kreuz. Die Pfarrgemeinde und zahlreiche Neugierige kamen, um das „Spektakel“ mitzuerleben.
Erneuerung nach Zerstörung
1947 beschloss die Kolpingsfamilie, das im Vorjahr aufgestellte und von „Frevlerhand“ beseitigte Kreuz an der gleichen Stelle neu zu errichten. Am 29. Juni 1947 wurde erneut ein Christusfeuer bei Einbruch der Dunkelheit entzündet. Von der Stadtpfarrkirche, mit der Weihe des Sühnekreuzes, zog ein Fackelzug zum 24-Örter-Stein, wo das Christusfeuer vor dem neu errichteten Sühnekreuz entzündet und dieses geweiht wurde.
Weitere Erneuerungen und Erweiterungen
1958 stellte man fest, dass das Kreuz reparaturbedürftig war, und zwei Jahre später entschloss man sich, ein neues Kreuz zu errichten. 1960 wurde das neue Kreuz mit einer Höhe von 10 Metern und einer Breite von 6 Metern von der Kolpingsfamilie aufgestellt.
20 Jahre später, zur Vorbereitung des 75-jährigen Jubiläums der Kolpingsfamilie, wurde beschlossen, ein neues Kreuz mit Beleuchtung zu bauen. Gemeinsam mit der Einweihung der Kolpingstraße und der Feier zum Jubiläum wurde das Kreuz am 24-Örter-Stein neu errichtet. In vielen Stunden Eigenleistung wurde das Kreuz im Bauhof der Stadt zusammengebaut und nach Herz Jesu gebracht.
Kreuzerhöhung und Lichterprozession
Am Montag, dem 14. September, dem Tag der Kreuzerhöhung – ein Fest, das an die Auffindung des Kreuzes Jesu durch die heilige Helena erinnert – wurde das Kreuz in Herz Jesu gesegnet und mit einer Lichterprozession zum 24-Örter-Stein hinaufgetragen, dort aufgerichtet und seitdem leuchtet es über Marktredwitz.
Neubau aus Edelstahl
2001 erhielt die Kolpingsfamilie die Mitteilung von der Stadt, dass das Kreuz einsturzgefährdet sei und der Platz um das Kreuz gesperrt werden müsse. Kurzfristig versuchte die Kolpingsfamilie Spenden zu sammeln, um ein neues Kreuz zu errichten. Da die alten Kreuze bisher aus Holz waren, hatten sie eine Lebensdauer von nur etwa 20 Jahren.
Nun wurde geplant, ein Kreuz aus Edelstahlrohren zu fertigen, das deutlich haltbarer sein sollte.
Gemeinsam mit der Firma Schmelzer aus Waldershof und dem Konstrukteur und Kolpingmitglied Josef Greger, der bereits an den Kreuzen von 1960 und 1981 federführend beteiligt war, wurden die Edelstahlteile bei schlechtem Wetter am 24-Örter-Stein zusammengefügt und das neue, 12 Meter hohe Kreuz errichtet.
Feierliche Einweihung und Gedenkstein
Am Tag der Kreuzerhöhung, am 14. September 2001, wurde das Kreuz feierlich eingeweiht. Zusätzlich wurde ein Gedenkstein aus Redwitzit mit einem Zitat von Adolph Kolping errichtet: „Was die Erde nicht bieten kann, das findet der Christ unter dem Kreuz.“ Eine Steinbank lädt zum Verweilen ein und bietet einen herrlichen Blick über Marktredwitz und das Fichtelgebirge.
Veranstaltungen zur Erinnerung und zum Jubiläum
Die Kolpingsfamilie lädt am 18. Mai um 19:30 Uhr im Pfarrheim Herz Jesu zu einem Nostalgieabend ein, bei dem ein Lichtbildervortrag die Geschichte der fünf Kreuze am 24-Örter-Stein darstellt.
Am Pfingstsamstag, dem 23. Mai um 19:00 Uhr, laden die Pfarrgemeinde Herz Jesu und die Kolpingsfamilie herzlich zu einem Jubiläumsgottesdienst am Kreuz beim 24-Örter-Stein mit anschließenden Erfrischungen ein.