Das steht jetzt in Dieterskirchen. Weil es hier umtriebige Schüler, waldreiche Kirchenwälder, ein Sägewerk und willige Eltern gibt, die alle mit anpacken.
„Hand aufs Herz, wer hat sich als Kind ein Baumhaus gewünscht?“ Kaum hat der Dieterskirchner Schulleiter Lothar Drachsler diese Frage gestellt, schnellen viele Finger hoch. „Und wer hat eines bekommen?“ Da bleiben nur wenige übrig. Aber die Grundschule Dieterskirchen hat jetzt eines. Ein selbstgemachtes. Am Freitag hat es Gottes Segen bekommen.
„Endlich“, das ist bei dieser Einweihungsfeier das am häufigsten gebrauchte Wort. Immerhin liegt so viel Zeit zwischen der ersten Idee bis zur Einweihung, dass die beiden Anstifter die Schule nach der vierten Klasse verlassen. Paul Gassner und Thomas Eckl werden das Haus nur noch in ihrer Freizeit belegen können, nicht mehr in der Pause. Aber eine Plakette mit ihrem Namen erinnert daran, dass sie es waren, die ihre Lehrer und Eltern so lange malträtiert haben, bis die zur Tat schritten.
Die erste Idee war ein Bild, das Paul und Thomas gemalt haben. Danach folgte ein Baumhausbauwettbewerb. Da war klar: „Wir brauchen so was in echt“, blickte Drachsler auf die Anfänge zurück. Vielleicht schwang sein eigener unerfüllter Wunsch als Kind nach einem Baumhaus mit, wer weiß.
Wie ein Wunder erscheint es da, dass trotz aller Hindernisse und Hürden, die der Bau mit sich zog, niemand aufgab. Es brauchte einen sehr langen Atem und jede Menge Helfer. Die Planungen übernahmen und koordinierten der Zimmerermeister Jan Keilhammer und Pauls Papa, Thomas Gassner. Bürgermeisterin Anita Forster würdigte bei der Einweihung auch die Verdienste derer, die mit Geld, Dienstleistung und mehr mithalfen. Als da wären: die Baufirma Franz Wilhelm Bau, das Hexenhäusl und die Jungs von der „Bocher Hüttn“, die viel Geld gespendet haben.
Fast alle Spendernamen finden sich ebenfalls auf der Dankesplakette, die Keilhammer noch an Ort und Stelle anbrachte. Die Feier eröffneten am Morgen das ideengebende Duo Eckl-Gassner an Tenorhorn und Trompete. Sie können also nicht nur quengeln, sondern auch musizieren.
Und als ob der Himmel über dem schönen Häuschen vor Freude ein bisschen weinen wollte, fing es just zu regnen an, als alle gemeinsam die Strophe aus dem Lied „Ein Hoch auf uns“ anstimmten: „Hier geht jeder für jeden durchs Feuer. Im Regen stehen wir niemals allein!“ Es ist ein durch und durch magisches Baumhaus. Eines, das allen gehört.