Confringo-Klavierquartett begeisterte mit romantischer Kammermusik

von Achim Groth

Das Confringo-Klavierquartett spielte selten gehörte Meisterwerke der Spätromantik. (Bild: Achim Groth)
Das Confringo-Klavierquartett spielte selten gehörte Meisterwerke der Spätromantik. (Bild: Achim Groth)
Das Confringo-Klavierquartett spielte selten gehörte Meisterwerke der Spätromantik. (Bild: Achim Groth)

Das Klavierquartett ist eine eher ungewöhnliche Besetzung mit Violine (Eun Che Kim), Bratsche (Brian Isaacs), Cello (Irena Josifoska) und Klavier (Viktor Soos). Dennoch gibt es Original-Literatur für Klavierquartett, und das Confringo-Klavierquartett brachte zum Auftakt der 64. Konzertreihe des Kammermusikkreises der Volkshochschule Amberg-Sulzbach einige Perlen daraus zu Gehör.

Eine davon war Gustav Mahlers Klavierquartettsatz a-moll, den der Komponist 1876 als 16-jähriger geschaffen hat, und der als einziges von seinem Frühwerk erhalten ist. Das fast sinfonische Stück beginnt mit einer Violinpartie, die Kim mit großer Zartheit interpretierte. Soos nutzte im Mittelteil die gesamte Klangfülle des Steinway-Flügels mit großer Dynamik bevor das Stück in düsterem a-moll verklang.

Ein großes Vorbild des jungen Mahler war Robert Schumann, dessen Klavierquartett Es-Dur op. 47 die jungen Musiker als nächstes spielten. Den ersten Satz, rhythmisch durchaus anspruchsvoll, spielte das Confringo-Quartett mit vollem Körpereinsatz und perfektem Zusammenspiel. Dies war umso bemerkenswerter, als der Bratschist Isaacs relativ kurzfristig eingesprungen war. Der dritte Satz Andante cantabile beginnt mit einem der schönsten romantischen Cellothemen. Josifoska spielte mit Emotion und wunderschönem Bogenstrich, dem Isaacs, der das Thema mit der Bratsche aufnahm, allerdings in Nichts nachstand.

Nach der Pause folgte das Klavierquartett c-moll op. 13 von Richard Strauss. Dieses Frühwerk ist ebenfalls noch zur Spätromantik einzuordnen und ist stark von Johannes Brahms beeinflusst. Das Allegro war fast pathetisch, dafür ließen die Musiker im Scherzo die Motive locker von einem zum anderen Instrument hüpfen. Im Andante brillierte Kim mit einem elegischen Violinsolo, und beim abschließenden stürmischen Vivace zeigten die Musiker noch einmal vollen Körpereinsatz. Ein großartiger Konzertabend, der Lust auf mehr machte.

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